Italienisch-Deutsch. Übersetzung von Heinz G. Ingenkamp. Einführung und Kommentar von Karl-Hans Brungs. Die Paralipomeni sind Leopardis letztes Werk. Sie sind in vier Büchern zu je 45-51 Stanzen eingeteilt. Äußerlich geben sie sich als Fortsetzung des pseudohomerischen Epos "Froschmäusekrieg" (Batrachomyomachie). Die Mäuse haben die Frösche besiegt und sehen sich nun mit den Krebsen konfrontiert, die, um des Gleichgewichts der Kräfte willen, die Mäuse zu verfolgen beginnen. Die Identifizierung der Mäuse mit den heroisch posierenden, aber letztendlich feigen Italienern und der Krebse mit den ebenso dummen wie brutalen und niederträchtigen Österreichern wird dem Leser so gut wie direkt klargemacht. In zahlreichen Exkursen findet der Dichter Gelegenheit, sein Menschenbild, sein Ja zur Aufklärungsphilosophie des 18. Jahrhunderts, seinen Hass auf Despotismus, seine Neigung zur Demokratie, seinen Wunsch nach allgemeiner Volksbildung, seinen Respekt vor liberaler Wirtschaft usw. darzulegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.09.2006
Hans-Albrecht Koch begrüßt diese zweisprachige Ausgabe der erstmals 1842 postum in Paris erschienenen "Fortsetzung des Froschmäusekriegs", in der der italienische Philosoph und Schriftsteller Giacomo Leopardi eine antike Parodie über den trojanischen Krieg fortführt und auf die politischen Ereignisse in Italien zwischen 1820 und 1830 ummünzt. Kenner werden sich über diese neue Übersetzung ins Deutsche von Heinz Gerd Ingenkamp freuen, die durch elegante Nachempfindung der italienischen Verse überzeugt, glaubt der Rezensent. Auch der Kommentar, der die geschichtlichen Anspielungen für die Leser von heute aufschlüsselt, findet sein Wohlwollen, das durch die den Lesefluss nur wenig behindernden Fußnoten auch nicht geschmälert wird.
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