Feindbilder stehen bei Demokraten gewöhnlich unter Verdacht: Sie schüren Hass und vergiften die politische Auseinandersetzung. Andererseits sind sie in Gesellschaften in der Regel tief verankert. In Deutschland stellen die langfristigen Traditionen des Antikommunismus und des Antiamerikanismus ein reichhaltiges Reservoir von Feindbildern dar; aber auch von rationalen, demokratisch durchaus seriösen Gegnerschaften. Die Studie untersucht vor dem Hintergrund der Traditionen von Antikommunismus und Antiamerikanismus in Deutschland mit Hilfe von halboffenen Interviews deren aktuellen Niederschlag bei Berliner Eliten. Die damit vorgelegte Diagnose gegenwärtiger politischer Einstellungen ist für alle von Interesse, die Einblick in tiefere Dimensionen der aktuellen deutschen Demokratie nehmen wollen: z.B. für Lehrer, Politiker und Journalisten.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2000
Nur bedingt aussagekräftig findet der Rezensent Hubert Zimmermann die Ergebnisse, zu denen diese Untersuchung kommt. Interessant sei die Frage nach dem Fortleben antiamerikanischer wie antikommunistischer Vorurteile in der deutschen Bevölkerung durchaus. Ob dem Problem durch wenig repräsentative Interviews mit 88 Bürgern beizukommen ist, da hat Zimmermann aber so seine Zweifel. Die meisten Befragten reagieren, stellt er fest, doch recht vorsichtig auf die Stereotypen, zu denen sie sich äußern sollen. Immerhin zieht er dann das Resümee, dass sich insgesamt eine "gebremste Lust der Deutschen am Ressentiment" herauslesen lässt.
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