Klappentext

Mit den Anarchohymnen "Keine Macht für Niemand" und "Macht kaputt, was euch kaputt macht" wurde die Band Ton Steine Scherben zum Sprachrohr der linken Szene, wo sich Alternative, Hausbesetzer und Wehrdienstverweigerer sammelten und neue Daseinskonzepte ausprobierten. Gert Möbius schildert in diesem Buch anhand von persönlichen Aufzeichnungen und Tagebüchern Rio Reisers die wilden Jahre, in denen die Welt auf den Kopf und wieder zurückgestellt wurde. Er zeigt aber auch die sensible und verletzliche Seite des Künstlers. Denn Rio Reiser litt an der Liebe und deren Vergehen und stürzte sich in immer neue erotische Abenteuer, deren Scheitern wir seine schönsten Liebeslieder verdanken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 01.08.2016

Jan Kedves liest das zum 20. Todestag von Rio Reiser erscheinende Buch von Reisers älterem Bruder Gert Möbius mit Spannung. Was kann Möbius über seinen Bruder noch schreiben, was der Leser noch nicht weiß? Einlassungen zu Tourverläufen und Kommunenleben überblättert Kedves gleich mal großzügig. Den typischen tollen Reiser-Sound, meint er, hat Gert Möbius nämlich nicht drauf. Und um das Schwulsein Rio Reisers, ein Thema, das Kedves echt interessiert hätte, schreibt der Bruder ein bisschen hilflos drumherum und stiftet laut Rezensent noch Verwirrung, indem er, ohne Beweise versteht sich, von einer gewissen Doris berichtet, die ja eventuell was gehabt haben könnte mit Rio. Wer's glaubt, meint Kedves, wird selig.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 09.07.2016

Mit großem Interesse wirft Jens Uthoff einen tiefen Blick in Rio Reisers "Innenleben". Verfasst und zusammengestellt hat es der ältere Bruder des Sängers, Aktivisten und Hausbesetzers, der darin nicht nur weite Passagen aus Reisers Tagebüchern, die sich laut Uthoff wirklich "wie ein gutes Buch" lesen, zugänglich macht, sondern diese Notizen auch mit eigenen Einschätzungen, Perspektiven und Erinnerungen kombiniert. So privat und persönlich habe man Reiser bislang nicht einmal in dessen Autobiografie kennenlernen können, versichert der Kritiker: Zwar sind einige Lebensstationen bereits bekannt, doch ergänzen insbesondere die Schilderungen aus Kindheit und Jugend das Bild Reisers um einige bemerkenswerte Facetten und Eindrücke. Nicht zuletzt die "tief melancholischen Zwischentöne" sind es, die Uthoff restlos von diesem überdies von Beschönigungen freien Buch über das beschwerliche Leben eines gesellschaftlichen Außenseiters einnehmen.