Gerhard Richter

Menschen meines Lebens

Cover: Menschen meines Lebens
Schirmer und Mosel Verlag, München 2024
ISBN 9783829610193
Gebunden, 144 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Helmut Friedel. Im Frühjahr 2024 hat Gerhard Richter die in diesem Buch versammelte Auswahl eigener Gemälde getroffen, durchwegs Darstellungen von Personen. Sie entstanden zwischen 1964 und 2009 und zeigen einen Reigen von Menschen unterschiedlicher Bekanntheit. Je nach Vertrautheit mit dem Werk Richters lassen sich Personen aus seinem Familienkreis erkennen, die fast die Hälfte der Abgebildeten ausmachen. Andere bleiben im Dunklen. Es sind Gestalten der Zeitgeschichte, Freunde, Schauspieler, Politiker. In seinem Essay versucht Helmut Friedel den Schleier zu lüften, ohne das Geheimnis und Rätsel um die Gezeigten zu beseitigen. Gerhard Richter hat Abbildungen von Personen normalerweise in Werkgruppen erfasst. Im vorliegenden Fall handelt es sich aber nicht um eine Zusammenführung dieser Werke zu einem Block, sondern um eine gedankliche, bildliche Neuschöpfung einer imaginären Begegnung, die nur hier stattfindet. Das kleine Buch möchte dieser sehr persönlichen Auswahl des Künstlers - darunter einige der schönsten Bilder, die Richter gemalt hat - gerecht werden und den Bezügen zwischen den einzelnen Werken, ihrer Entstehung und den gezeigten Menschen nachgehen.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 03.01.2025

Mit 92 Jahren hat Gerhard Richter, einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart, eine persönliche Sammlung von Gemälden aus 46 Jahren zusammengestellt, erklärt Rezensentin Anne Kohlick. Mit dem vorliegenden, schlicht gestalteten Band, herausgegeben und essayistisch begleitet von Helmut Friedel, bekommen wir nun Gelegenheit, gemeinsam mit dem Maler auf dessen Leben zurück zu schauen, seine Arbeit, seine Familie, die Menschen, die ihn beschäftigt, berührt, geprägt haben. Mit viel Freude und Interesse vollzieht Kohlick die künstlerische Entwicklung des Malers nach, lässt sich noch einmal fesseln von vielen bekannten Werken, aber auch überraschen von einigen Bildern, die eher untypisch wirken, aus dem Oevre herausstechen. Den meisten seiner Werke gemein ist jedoch jene spezielle Richtersche "Unschärfe" - eine Irritation, so Friedel in seinem Essay, welche die Betrachter dazu anrege, das Geschaute "im Schauen" zu vervollständigen. Eine schöne Interpretation, findet die inspirierte Rezensentin.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…