Überraschende und ungewöhnliche Einblicke in die Bilderwelten des Nationalsozialismus.Außergewöhnliche Perspektiven auf das Dritte Reich: Bilder von Bedrohten, Verfolgten, Besetzten, Verschleppten - und Tätern. Bilder aus der NS-Zeit begegnen uns immer noch häufig. Viele davon entstammen der nationalsozialistischen Propaganda und vermitteln einen einseitigen Blick. Gerhard Paul - Begründer einer Visual History im deutschsprachigen Raum - fächert das Spektrum der Bilderwelten in der NS-Zeit neu auf. In "Bilder einer Diktatur" stellt er offizielle Aufnahmen des Regimes neben weniger bekannte und bisher völlig unbekannte. Sie zeigen Geschehnisse auf Straßen und Plätzen ebenso wie in Lagern oder Gefängnissen, in privaten Räumen oder Verstecken. Viele bieten überraschende Entdeckungen, und oftmals erweist sich ihre Nachkriegsgeschichte als ebenso spannend wie ihre zeitgenössische Wahrnehmung. Trotz der strengen Kontrolle der Nationalsozialisten entfalteten viele der Bilder eine Wirkung, die den Absichten des Regimes zuwiderliefen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.06.2020
Für den Rezensenten Niklas Zimmermann setzt Gerhard Paul mit seinem "Visual Turn" Maßstäbe in der Geschichtswissenschaft. Wie Paul die Vielfalt der Bildproduktion und -rezeption im NS-Staat dokumentiert und untersucht, findet Zimmermann augenöffnend. Wenn der Autor etwa die Entwicklung von Körpermetaphern oder die Gleichsetzung von Juden mit Ungeziefer anhand des historischen Bildmaterials analysiert, löst das bei Zimmermann Verstörung aus, führt aber auch zu Erkenntnissen, indem Produktions- und Rezeptionsbedingungen der Bilder duetlich werden. Auch ohne roten Faden gewährt das Buch mit seinen Einzelstudien dem Rezensenten allerhand Einsichten.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 25.05.2020
Unser Bild von der Nazizeit wird bis heute vielfach von den Nazis selbst geprägt. Darauf hinzuweisen ist laut Rezensent Carsten Hueck ein eminentes Verdienst dieses Bandes des Historiker Gerhard Paul. Denn viele Bilder in Schulbüchern und historischen Werken, die sich in unsere Erinnerung eingebrannt haben und die heute mit trügerischer Neutralität historische Kontexte illustrieren sollen, waren ursprünglich Propagandabilder der Nazis. Um so wichtiger dieser Band, so Hueck, der anhand von 42 Schlüsselbildern endlich die Kontexte herstelle. Vom Umfang und Gewicht des Bandes sollten sich die Leser dabei nicht abschrecken lassen, so Hueck, denn der Autor wende sich durchaus auch an ein breites Publikum und präsentiere hier wahrhaftig so etwas wie eine "aufklärende Schule des Sehens". Der Rezensent hat hier nochmals gelernt, das Bilder eine "Realität generieren". Um so dringlicher die Reflexion in diesem kontaminierten Kontext.
Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Robert Menasse: Die Lebensentscheidung Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.… Colin Walsh: Kala Aus dem Englischen von Andrea O'Brien. In der Küstenstadt Kinlough an der Westküste Irlands treffen drei alte Freunde nach Jahren wieder aufeinander. Im Sommer 2003 gehörten… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…