Die Frage, wie Herrschaft vor der Entstehung des modernen Staates funktionierte, verbindet verfassungsgeschichtliche mit kulturwissenschaftlichen Ansätzen und eröffnet das Blickfeld auf Verhaltensweisen und -muster, ohne deren Kenntnis Konstitution und Ausübung von Herrschaft im Mittelalter gar nicht angemessen begriffen werden kann. In diesem Band sind zwölf neuere und neueste Arbeiten versammelt, die exemplarisch diese Perspektiven dokumentieren und Gerd Althoffs Sicht auf die Funktionsweisen mittelalterlicher Herrschaft repräsentieren.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.09.2003
Christian Jostmann bescheinigt dem Autor, er habe neue Perspektiven auf weithin bekannte Texte des Frühmittelalters, da er mit "neuen Fragen" an die Texte herantrete. Denn Gerd Althoff habe mit seinen Untersuchungen der "symbolischen Kommunikation" in der mittelalterlichen Adelsgesellschaft zeigen können, dass politisches Handeln durch das subtile "Spiel der Zeichen" zwischen den Akteuren bestimmt wurde, so Jostmann beeindruckt. Althoff verfechte allerdings nicht die Vorstellung, bei diesem "Spiel der Zeichen" habe es sich um ein starres Regelwerk gehandelt. Vielmehr nehme er diese Vorstellung anhand von literarischen Beispielen ironischer Distanzierung "auseinander". Der Rezensent würdigt die mitunter historiografischen Aufsätze als "Beitrag" zur aktuellen Forschungslage.
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