Im 10. Jahrhundert vollzogen sich Entwicklungen, die für die spätere deutsche Geschichte folgenreich waren. Aus dem konfliktreichen Zerfallsprozess des Karolingerreiches entstanden neue herrschaftliche Gebilde, die später als Frankreich und Deutschland Kontinuität gewannen. Vier international renommierte Herausgeber verwirklichen zusammen mit einem neuen Team ausgewiesener Historiker ein Konzept, das den tiefgreifenden Veränderungen der Geschichtswissenschaft gerecht wird. Die vier Großepochen - Spätantike bis zum Mittelalter; Frühe Neuzeit bis zum Ende des Alten Reiches; das 19. und das 20. Jahrhundert - werden in 24 Bänden umfassend dargestellt.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 01.08.2008
Ist es wirklich ein Gebhardt? Christian Jostmann findet nicht. Der Idee des Handbuches, in handlicher Form den interessierten Laien anzusprechen, folgt der dritte Band dieses Klassiker-Remakes seiner Meinung nach nicht. Zwar erscheinen Jostmann die Autoren Hagen Keller und Gerd Althoff mit ihrem Forschungshintergrund bestens geeignet, über die Ottonenzeit zu schreiben. Zwar erkennt Jostmann an der Neubewertung der Fakten in diesem Band den Fortschritt der Geschichtswissenschaft. Den Leser aber sieht der Rezensent überfordert durch Unübersichtlichkeit und zu viele Details, die die großen zeitlichen Zusammenhänge aus dem Blick geraten lassen, zumal er für den "für das Verständnis grundlegenden" Abschnitt "Lebensordnungen und Lebensformen" ans Ende des Buches blättern muss. So ist der Band mit seiner aufwändigen Erscheinung für Jostmann zwar eine Regalzierde, in Sachen Ottonenzeit jedoch empfiehlt er lieber Johannes Frieds "Der Weg in die Geschichte".
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