Georges Salles

Der Blick

Cover: Der Blick
Vorwerk 8 Verlag, Berlin 2001
ISBN 9783930916351
Gebunden, 128 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Barbara Heber-Schärer. Unter dem Titel "Le regard" (Der Blick) veröffentlichte Georges Salles 1939 "eine Suite von Essays" (Walter Benjamin), die sich mit dem Zugang zur Kunst beschäftigen. "Die augenblickliche Gewißheit des Kunstliebhabers ist weder intellektueller noch weniger organisch als das Ergötzen eines Feinschmeckers. Alles spielt sich im Schock eines Eindrucks ab, der wirr ist für unseren Geist, doch deutlich für unsere Sinne. Um beide Genüsse spielt dieselbe Verschwommenheit, dasselbe Schweigen der Vernunft; in beiden Fällen das Erwachen eines Appetits, dann ein Wiederkäuen im Schatten. Das Zutun des Bewusstseins ist darauf begrenzt, ein Konzert von Bildern zu erhellen und im einzelnen wahrzunehmen, nicht, es in Ideen umzuwandeln." (Georges Salles)

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 11.01.2002

Für den Rezensenten Hans-Peter Kunisch gehört Georges Salles, Archäologe, später Leiter der Musées des France und Enkel Gustave Eiffels, zur "seltenen Spezies der theoretisch interessierten Feinsinnigen", der darum aber dennoch kein theoretisch wirkendes Werk verfasst hat, sondern mit leichter Feder und trockenem Humor schon 1939 eine Rezeptionsästhetik entworfen habe, "als diese noch nicht gängig war". Dem Autor sei es immer um die "Schulung der Sinne" gegangen, schreibt er, nicht um den Kennerblick auf ein Kunstwerk, sondern um die Erschließung eines Werks durch den "träumerischen Blick". Kunisch freut sich, dass das "schöne, kleine Buch" des "geschickten Stilisten" nun auch in deutscher Übersetzung erscheint.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 20.12.2001

Glücklicher Moment! Wenn im Blick auf die Bilder immer auch die Zeit auf den Betrachter zurückblickt. Durch die Lektüre hat Harald Fricke noch daran teilnehmen können, über die sechzig Jahre seit Erscheinen des Buches hinweg. Schon deshalb freut ihn die überfällige deutsche Ausgabe. Aber Fricke hat sich auch anstecken lassen von der Begeisterung des Autors, die so gar nichts hat von der Apodiktik fachlicher Kompetenz. "Im Gegenteil. Salles begeisterter Essay ist ein Spiel mit den eigenen Erfahrungen". Und durch dieses Spiel gelingt es bisweilen, die "Übergänge innerhalb der Kulturen" aufzuzeigen oder die Erkenntnisse der Archäologie auf die "Quersumme der Zeit" zurückzuführen.