Aus dem Französischen von Elisabeth Edl und Wolfgang Matz. Mit zahlreichen Abbildungen. Zum 100. Geburtstag von Philippe Jaccottet - Texte über Künstlerinnen und Künstler, geschrieben in einer Aufmerksamkeit, die durchdrungen ist von tiefer Freundschaft. Peter Handke nannte den Dichter Philippe Jaccottet in seiner Laudatio zum Petrarca-Preis bewundernd einen poetischen "Diener des Sichtbaren". So ist es ganz natürlich, dass Jaccottet stets ein enges Verhältnis zu bildenden Künstlern unterhielt, tief geprägt von seinem eigenen Blick auf die sichtbare, vergängliche Welt und ihre Landschaften. Ihn beschäftigen deshalb vor allem "Maler der Stille" wie Giorgio Morandi und Alberto Giacometti, Italo de Grandi und Gérard de Palézieux. In seinem letzten Lebensjahr stellte Jaccottet in diesem reich illustrierten Band die Essays und Notizen zusammen, die er den Malerinnen und Malern seines Lebens gewidmet hat - kein Buch eines Kritikers oder Theoretikers, vielmehr der zutiefst persönliche und ganz unzeitgemäße Ausdruck einer lebenslangen Wahlverwandtschaft, beginnend mit der Ausnahmekünstlerin Lélo Fiaux in Rom, die den jungen Jaccottet in die Welt der Kunst einführte. Nicht umsonst entlehnte Jaccottet seinen Titel dem berühmten Gemälde von Gustave Courbet, das ebenfalls sehr unzeitgemäß die einfache Begegnung zwischen Maler und Bewunderer seiner Gemälde darstellt, unter dem freien Himmel des Südens.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 11.07.2025
Rezensent Helmut Böttiger ist froh, vier Jahre nach dessen Tod doch noch einmal neu versammelte Texte von Philippe Jaccottet entdecken zu können, in denen der französische Lyriker und Essayist sich seinem engen Verhältnis zur bildenden Kunst widmet. Die Sprache ist unverwechselbar, befindet Böttiger, karg und von Südfrankreich geprägt, die Texte widmen sich so verschiedenen Künstler wie Piero de Francesca oder Alberto Giacometti und lesen sich wie ein intimes Zwiegespräch Jaccottets mit den Kunstwerken, die ebenfalls in dem Band reproduziert werden. Wirkungs- und eindrucksvoll findet der Kritiker auch die Überlegungen des Autors zur Tür von San Zeno, einem Kunstwerk aus dem 11. und 12. Jahrhundert, das ihm als "Tür zum Sprechen über Kunst" erscheint. Ein assoziationsreicher, interessanter und schöner Band, befindet der Rezensent abschließend.
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