Georg Simmel

Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 20

Postume Veröffentlichungen. Schulpädagogik
Cover: Georg Simmel: Gesamtausgabe in 24 Bänden. Band 20
Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2004
ISBN 9783518284209
Kartoniert, 640 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

Die Schulpädagogik ist Simmels einzige Abhandlung pädagogischer Fragen; sie war nicht an theoretische Interessen geknüpft, sondern wollte der pädagogischen Praxis selbst dienen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.02.2005

Dass der berühmte Kulturphilosoph und Soziologe Georg Simmel im Rahmen seiner Professur für Philosophie und Pädagogik auch als Pädagoge in Erscheinung trat, ist weitgehend unbekannt. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Simmels letztes Buch "Schulpädagogik", das nun als 20. Band hat in der "vorbildlichen" Simmel-Gesamtausgabe erschienen ist, hat nach Auskunft von Rezensent Jürgen Oelkers weder in der Lehrerbildung, noch deutschen akademischen Pädagogik Spuren hinterlassen. Oelkers beurteilt Simmels "Schulpädagogik" dann auch wenig schmeichelhaft. "Disparat" findet er sie und ohne "konsequenten Aufbau". Sie reihe unterschiedliche Themen aneinander und vertrete keine Theorie, die sich in der zeitgenössischen Reformpädagogik hätte positionieren lassen. Kurz: Simmels "Schulpädagogik" ist "abseits der Profession geschrieben". Trotzdem hält Oelkers das Buch für "interessant", und zwar wegen seiner "Einsichten unterwegs im Text". So kritisiere Simmel etwa die Welle der Experimentalpsychologie auf pädagogischem Feld, die außer dem Intelligenztest wenig zur Schulentwicklung beigetragen habe, und er rücke die Tätigkeit des Schülers in den Mittelpunkt des Unterrichts. "Luzide" findet der Rezensent schließlich Sätze, die davon ausgingen, dass im Rahmen von Schulleistungen "keineswegs die Begabungen des Schülers hervortreten können", weil Leistungen in der Schule für gewöhnlich nichts mit Begeisterung, Interessiertheit oder Geistesgegenwart zu tun hätten.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2004

Jürgen Kaube beschränkt sich in seiner Besprechung auf die Behandlung eines der Texte, die sich in diesem Band mit Texten von Georg Simmel finden, auf die "Schulpädagogik". Es handelt sich dabei um eine im Botanischen Institut der Universität Straßburg gehaltene Vorlesung aus dem Winter 1915/16 - die hier nun, im Rahmen der Gesamtausgabe von Simmels Schriften, zusammen mit Stücken über Freiheit, Kunst, Liebe und Goethe sowie kleinen Erzählungen Simmels noch einmal herausgekommen ist. Der Rezensent lobt die "Schulpädagogik" als eines der ganz, ganz raren Beispiele für eine auch "für Lehrer informative Erziehungswissenschaft". Zwei Dinge seien es vor allem, so Kaube, die Simmels Pädagogik "so brauchbar" machten. Zum einen ihr Sinn für die "in Spannung zueinander stehenden Aufgaben des Unterrichts, die durch keinen didaktischen Trick der Welt einer glatten Lösung zugeführt werden können". Kaube nennt, kurz gesagt: Wissensvermittlung, Individualitätsentwicklung und Lebensvorbereitung. Und zum Zweiten spreche Simmel von Problemen, "die sich Erziehern wirklich stellen". Das allerschönste aber sei, so Kaube, dass Simmels Darlegungen geeignet seien, "den Lehrer stolz auf seinen Beruf zu machen und ihm Freude daran zu vermitteln."