Als Ludwig III. 1918 fliehen muss, findet er überraschend Unterstützung von ungewöhnlicher Seite - von Erhard Auer, dem führenden Mann der bayrischen Sozialdemokratie. In Passau 1874 in armen Verhältnissen geboren hatte sich Auer zielstrebig zum königlich-bayrischen Innenminister emporgearbeitet. Von den Nazis wiederholt ins KZ Dachau verschleppt, bei einem Attentat schwer verwundet, letztlich 1944 des Landes verwiesen, stirbt er vereinsamt und mittellos 1945 in einem Altenheim in Bingen a. d. Brenz. Eine eigenwillige, schildernde Figur, der bayrischen SPD, der hier ein Denkmal gesetzt wird.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.08.2001
Johannes Merz scheint es zwar prinzipiell zu begrüßen, dass mit einem Buch an den Sozialdemokraten Erhard Auer erinnert wird, zumal der Politiker heute fast völlig in Vergessenheit geraten ist. Doch "gemessen am Stand der historischen Erkenntnis, ist dieses Buch ein Ärgernis", lautet schließlich sein Fazit. Merz hat nicht nur zahlreiche Fehler entdeckt, von denen er auch einige auflistet. Auch die Probleme der SPD seinerzeit findet der Rezensent nicht ausreichend dargestellt. Davon abgesehen müsse der Leser wissen, dass Lohmeier "Ehrenpräsident der König-Ludwig-Vereine für die Erneuerung der Monarchie in Bayern ist", und seine "Vermittlung königlich-bayerischer Stimmungsbilder" (auch Auer war, so Merz, nicht gegen die Monarchie) daher nicht von ungefähr kommt. Gut gefallen dem Rezensenten allerdings die "ausführlichen und farbigen" Schilderungen von Auers ärmlicher Kindheit und die Tatsache, dass Biografisches immer wieder in "breite Milieuschilderungen" eingebettet sind, die von Ausflügen in politische Themen unterbrochen werden. Dadurch sei ein "gemischtes Kaleidoskop (entstanden), dass sich stellenweise unterhaltsam liest", so Merz.
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