Gary Victor

Suff und Sühne

Kriminalroman
Cover: Suff und Sühne
Litradukt Literatureditionen, Trier 2017
ISBN 9783940435200
Kartoniert, 160 Seiten, 11,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Peter Trier. Inspektor Dieuswalwe Azémar hat keine Wahl: Will er nicht aus dem Polizeidienst entlassen werden, muss er sich der Entziehungskur unterziehen, die sein neuer Vorgesetzter ihm verordnet hat. Sie wird zu einem Gang durch die Hölle. Ausgerechnet in diesem geschwächten Zustand wird er in ein Komplott hineingezogen, das sein Leben und das seiner Tochter bedroht. Die Spuren führen zum UN-Militärkontingent in Haiti. Was steckt hinter dem angeblichen Selbstmord eines Generals? Warum wurde der Sohn einer einflussreichen Unternehmerfamilie entführt? Welche Rolle spielt der Bandenchef mit dem seltsamen Namen Raskolnikow bei alldem? Als der Inspektor begreift, wie alles zusammenhängt, ist er ein weiteres Mal auf seine Beretta und seine Reflexe angewiesen.

Im Perlentaucher: Klappmesser und blaue Augen

Inspektor Dieuswalwe Azémar gehört zu den ganz großen Ermittlern der internationalen Kriminalliteratur. Sein Name ist die kreolische Version des französischen Dieusoitloué, Gott sei gelobt. Dieuswalwe ist durch und durch Haitianer. Verzweifelt, ohnmächtig und dem soro verfallen. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 19.05.2017

Für Elmar Krekeler sind Gary Victors Kriminalromane "konzentrierte Welterzählungen", von denen er nicht genug bekommen kann. Entsprechend begeistert begibt er sich in dem dritten Band um den alkoholsüchtigen Inspektor Dieuswalwe, der hier, inzwischen seit dem kalten Entzug zum Gespenst mutiert, in dem Fall um einen entführten Industriellen-Sohn ermittelt und bald selbst auf der Flucht ist, auf eine "irrwitzige Rauschreise", die den Kritiker einmal mehr nach Haiti führt. Wie der Schriftsteller, Essayist und Journalist in seiner hitzigen "Fieberfantasie" tief in die Weltliteratur taucht und dabei das Genre des Noirs voll ausschöpft, hat den Rezensenten so gefesselt, dass er während der Lektüre selbst keinen Alkohol mehr braucht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.04.2017

Rezensent Harald Eggebrecht ist ganz hingerissen: Dieser Albtraum um den alkoholsüchtigen haitianischen Inspektor Azémar, der hier seinen dritten Fall lösen muss, ist wie ein Fiebertraum, ein höllisches Wahngebilde an ihm vorbeigezogen. Azémar macht nämlich, während er den Mörder eines Generals und dessen Tochter auf der Spur ist, einen kalten Entzug durch, lesen wir. So weiß Eggebrecht nie, ob der Held phantasiert oder wirklich gejagt wird. Der Spannung tut das für ihn keinen Abbruch, im Gegenteil. Den Kampf gegen den Alkohol verknüpft Autor Gary Victor mit mörderischen UN-Soldaten, Dostojewski zitierenden Banditen, rachsüchtigen Brasilianerinnen und einer derart "bitteren Ironie", das der Rezensent trotz des Dramas lachen muss.
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