Reginald Hill

Die letzte Stunde naht

Kriminalroman
Cover: Die letzte Stunde naht
Droemer Knaur Verlag, München 2017
ISBN 9783426199572
Gebunden, 448 Seiten, 22,99 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Karl-Heinz Ebnet. Der letzte Fall für das Ermittler-Duo Dalziel und Pascoe Nach seiner Rückkehr aus der Kur kehrt DCI Andy Dalziel an seine alte Wirkungsstätte, das Mid-Yorkshire Police Department, zurück. Allerdings ist er offenbar noch nicht wieder ganz auf dem Damm: Auf dem Weg zur Arbeit mehren sich die Anzeichen, dass der vermeintliche Montag in Wirklichkeit ein Sonntag ist! Schockiert flüchtet Dalziel zu innerer Einkehr und Sammlung in die Kathedrale von York, wo er von einer Frau angesprochen wird - Gina Wolfe. Sie ist Dalziel von seiner Haustür bis hierher gefolgt, ohne zu bemerken, dass wiederum sie von zwei zwielichtigen Typen verfolgt wird, die ihr nach dem Leben trachten. Und damit beginnt eine sonntägliche Tour de force, an deren Ende nicht nur ein Toter und eine schwer verletzte Polizistin stehen...

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 20.04.2017

Dass Reginald Hill zu den "größten Unbekannten" unter Großbritanniens Krimiautoren gehört, weiß und bedauert Rezensent Elmar Krekeler, denn nicht nur der vorliegende Band ist seiner Meinung nach absolut und unbedingt lesenswert, sondern auch die 21 vorangehenden Bücher. "Die letzte Stunde naht" ist nach dem Prinzip der Fuge aufgebaut, lesen wir: Sechs Storys, die wie "Die Kunst der Fuge" um vier einfach Takte, um das Thema Trauer kreisen, einander einholen, miteinander verschmelzen, einander jagen und fliehen. Da ist der aus den anderen Krimis Reginald Hills bekannte Ermittler Dalziel, da ist die frisch verliebte Gina, da ist ein obskures Auftragskillerpärchen, ein polnischer Schneider, ein Journalistenpaar und einige mehr, deren Geschichten sich zu einer fiesen, einer witzigen, einer klugen und anspielungsreichen Polyphonie zusammenfügen, jubiliert der Rezensent, während er sich ganz den Klängen von Grigory Sokolovs Klavierspiel, einer Interpretation von Bachs großem Kunstwerk, hingibt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 11.02.2017

Sylvia Staude ist voll des Lobes für Reginald Hills Dalziel-Krimis, deren letzter Band von 2009 jetzt, fünf Jahre nach Hills Tod, auf Deutsch vorliegt. Dass Andrew Dalziel alias der "Dicke" in dieser Geschichte um einen verschwundenen Ehemann und Polizisten seinen Scharfsinn nach einiger Zeit im Koma erst mühsam wiedererlangen muss, stört Staude nicht, solange Hill so raffiniert und humorvoll ironisch erzählt, immer um einen ernsten Kern herum. Gern wechselt sie mit Hill die Perspektive, schaut dem Ermittler mal über die Schulter, geht ihm ein anderes Mal voraus. Das große Lektürevergnügen rührt für sie auch daher, dass Hill seine Texte so sorgfältig ausarbeitet. Am Ende passt alles zusammen, auch ohne große Zufälle, meint sie.
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