Gabriele Gerecke, Harald Müller

Einar Schleef

Arbeitsbuch
Cover: Einar Schleef
Theater der Zeit, Berlin 2001
ISBN 9783934344129
Gebunden, 235 Seiten, 15,50 EUR

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.01.2002

Der Titel des Buches über den im letzten Jahr verstorbenen Maler, Schriftsteller, Bühnenbildner und Theaterregisseur Einar Schleef ist wohl ein wenig irreführend. Zumindest nach der Rezension von Petra Kohse zu urteilen, handelt es sich um weit mehr als ein Arbeitstagebuch. Schon dessen Grundlage, Schleefs Tagebücher der Jahre 1953 bis 1981, die dieser kurz vor seinem Tod dem Suhrkamp-Lektor Hans-Ulrich Müller-Schwefe in Form von Disketten zukommen ließ, bezeichnet die Rezensentin als Literatur. Das daraus entstandene, durch zahlreiche Beiträge von Freunden und Kollegen angereicherte "Arbeitstagebuch" mache süchtig, schwärmt Kohse. Es verdeutlicht, wie dieser vielseitige Künstler es schaffte, sowohl bei der Arbeit auf der Bühne oder mit Texten, als auch im Privatleben "ganz bei sich zu sein und dennoch Abstand zu halten", findet Kohse. Dazu hat sicher auch die Mitarbeit von Schleefs langjähriger Lebensgefährtin Gabriele Gerecke und dem Geschäftsführer der Zeitschrift Theater der Zeit Harald Müller beigetragen, ebenso wie die vielen Erinnerungstexte zu Schleef und private Fotos, Bilder und Zeichnungen des Künstlers, die das Buch enthält. Darüber hinaus sei es auch Zeitgeschichte, dokumentiere es doch das Leben des Künstlers in der DDR der sechziger und siebziger Jahre und seinen anschließenden Neubeginn in der Bundesrepublik. Kohse bedauert sehr, dass es sich bei dem vorliegenden Buch nur um Auszüge von Schleefs Tagebüchern handelt, gern wäre sie dem Künstler weiter in das "tagtägliche Abtauchen in sich selbst" gefolgt.

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