Gabriel Josipovici

Jetzt

Roman
Haffmans Verlag, Zürich 2000
ISBN 9783251004645
gebunden, 256 Seiten, 18,41 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Gerd Haffmans. Romane handeln gewöhnlich von innen oder außen, von Psychologie oder von Soziologie - oder von einer Mischung von beidem. Der Roman "Jetzt" ist an der Grenze dieser beiden Sphären angesiedelt, im Niemandsland der Sprache und des Dialogs, denn die Sprache gehört niemandem, sie besteht aus Gemeinplätzen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 10.06.2000

Klaus Modick lobt an diesem Roman besonders, dass in ihm "nicht erzählt, sondern gesprochen - genauer gesagt: geredet" wird, dass er sich leicht liest und trotzdem ein latentes, schwer zu fassendes Unbehagen auslöst, dass er gleichzeitig traurig und komisch ist. Das liegt seiner Ansicht nach nicht zuletzt an der hervorragenden Übersetzung aus dem Englischen, die Verleger Gerd Haffmann selbst übernommen hat und die auch auf deutsche Verhältnisse übertragen funktioniert. Gabriel Josipovicis Roman "Jetzt" lasse den Leser teilhaben an Fragmenten von Gesprächen zwischen Mitgliedern einer jüdischen Intellektuellenfamilie, die zwischen all dem Small Talk eine deprimierende, "marode Familienstruktur" offenlegt. An dieser Struktur wird aufgehängt, was Modick als die "Kraftfelder" des Romans beschreibt - eine "vage Orientierungslosigkeit [?] und ein diffuses Mangelgefühl innerhalb eines saturierten Lebenszusammenhangs".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.03.2000

"Jetzt" von Gabriel Josipovici, schreibt Peter Michalzik, sei "an der unübersichtlichen Front zwischen Sprachliebe und Sprachabneigung" entstanden: Der Roman des englischen Schriftstellers und Literaturprofessors besteht ausschließlich aus Dialogen, die naturgemäß banal klingen, da sie Alltägliches verhandeln. Würde dieses Drama aufgeführt, klänge es völlig banal, so wie im Alltag eben, lesend eröffneten sich aber neue Sichtweisen, Lesarten unseres Handelns, Strategien der Kommunikation und Nicht-Kommunikation, bis hin zur Sprachverweigerung. Der Rezensent zeigt sich erfreut von Josipovicis literarischer Technik, im Dialog den Spielraum der Sprache zwischen erstarrter Rede und beredter Suche auszuloten. Zur Übersetzung aus dem Englischen macht er leider keine Anmerkung.
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