Samuel Sharp, Schriftsteller und erfolgreicher Drehbuchautor, ist der Literaturkritikerin Fanny Tarrant zum Opfer gefallen. Nachdem er ihr ein ausführliches Interview gewährt hat, ist in der auflagenstärksten Sonntagszeitung nun eine vernichtende Polemik über ihn erschienen. Samuel beschließt, sich zu rächen. Er bittet seinen Freund Adrian Ludlow, einen zurückgezogen lebenden Schrifstellerkollegen, um Hilfe. Man arrangiert einen Interviewtermin für die gefürchtete junge Dame mit Adrian, der die Anweisung erhält, statt brav Antworten zu geben, selber die Journalistin auszufragen und wunde Punkte in ihrer Vita aufzuspüren. Aber Fanny Tarrant besitzt wirklich ganz erstaunliche Interviewtechniken und macht den beiden Dichtern einen Strich durch die Rechnung.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.07.2000
Verbaler Mord- und Totschlag unter Literaten, Intellektuellen, Medienleuten, das ist der Stoff, aus dem ein Theaterstück gemacht wird und das, man ist ja vom Fach, auch gerne noch mal als Buch recycelt wird. Thomas Köster scheint das nicht zu stören, er findet die teilweise fast wörtliche Übertragung aus Lodges Bühnenstück "Wunde Punkte" in die nun großspurig Novelle geheißene Neufassung "ein überaus lesbares Kammerspiel". Immerhin habe sich der Autor die Mühe gemacht, die Regieanweisungen vom Präsens ins Präteritum zu verwandeln.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2000
Ein Theaterstück und ein zur Novelle umgeschriebenes Theaterstück des englischen Erfolgsautors David Lodge, das die Mechanismen des Campusromans bedient: ein Genre wird erfolgreich vermarktet, dies allerdings mit literarisch kaum ausreichender Berechtigung, meint Tanya Lieske. Im übrigen entspreche Lodge genau dem Typus des englischen homme de lettres, den sein deutscher Kollege Dietrich Schwanitz so gerne nach Deutschland importieren würde. Doch zurück zum Theaterstück: guter Plot, nette Dialoge, aber ohne Biss. Zur Novelle: bereichert um ein paar Orts- und Zeitangaben, kaum mehr. Zur Übersetzung: birgt einige Ungeschicktheiten. Zum Lektorat: schlampig. Zum Buch insgesamt zitiert die Rezensentin abschließend eine der weiblichen Hauptfiguren, eine Kritikerin: `Es gibt heute so viel Überheblichkeit. Die Leute verwechseln Erfolg mit echtem Verdienst.` Dieses Urteil scheint unserer Kritikerin aus dem Herzen gesprochen.
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