Aus dem Englischen von Katharina Nieswandt und Ulf Hlobil. Die Wittgenstein-Schülerin Elizabeth Anscombe zählt zu den einflussreichsten Philosophinnen des 20. Jahrhunderts. Mit der Monographie "Absicht" begründete sie die analytische Handlungstheorie, viele ihrer Abhandlungen gelten als Klassiker, aber nur wenige liegen bislang in deutscher Übersetzung vor. Der vorliegende Band füllt diese Lücke: Er versammelt zwölf von Anscombes wichtigsten Aufsätzen, die thematisch von der praktischen Philosophie über die Metaphysik und die Philosophie des Geistes bis hin zu Aristoteles- und Wittgenstein-Interpretationen reichen, also das ganze Spektrum ihres Denkens repräsentieren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.12.2014
Auch wenn einige der hier enthaltenen Aufsätze der britischen Philosophin G.E.M Anscombe schon über 50 Jahre alt sind, kann Rezensent Dominik Perler ihnen in der "vorzüglichen" deutschen Übersetzung eine ganze Menge abgewinnen. Äußerst scharfsinnig scheint ihm die Autorin etwa in der Hinterfragung der Legitimation der Moralphilosophie in säkularisierten Zeiten. Hier fasziniert den Rezensenten die gnadenlose Zurückweisung jeglichen Sinns moralischer Pflichten durch die Autorin und ihre Versuche neue Legitimationen zu erkunden. Wenn Anscombe dabei bei Aristoteles landet, findet Perler dies mitnichten unkritisch antimodern, sondern bewundert die glasklare Diagnose und genießt deren schrittweisen Nachvollzug beim Lesen und die Vervollständigung von Anscombes eher skizzenhaften Löungsvorschlägen.
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