Friedrich Schleiermacher

Friedrich Schleiermacher: Kritische Gesamtausgabe

Zweite Abteilung, Band 4: Vorlesungen zur Hermeneutik und Kritik
Cover: Friedrich Schleiermacher: Kritische Gesamtausgabe
Walter de Gruyter Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783110252446
Gebunden, 1162 Seiten, 259,00 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Wolfgang Virmond unter Mitwirkung von Hermann Patsch. Friedrich Schleiermachers eigene Notizen und Ausarbeitungen zu seinen Hermeneutikvorlesungen (1805-1833) stammen aus der Hallenser Zeit (1804/05) und der Berliner Zeit vor Eröffnung der Universität (1809/10), aber auch aus späteren Semestern in Form von Randbemerkungen. Die neue Edition bietet erstmals (neben der Calowschen) auch Nachschriften von 1819 (Ludwig Jonas), 1822 (Hagenbach) und 1826/27 (Braune). Frühere Nachschriften, besonders aus der Hallenser Zeit, haben sich bislang nicht auffinden lassen. Besondere Beachtung verdient die 1826/27 erstmals vorgetragene (philologische) Kritik. Dabei handelt es sich um Anweisungen und Ratschläge zur Anfertigung einer kritischen Edition.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.03.2013

Friedrich Schleiermachers Vorlesungen zu Sprache und Verstehen haben nichts von ihrer Aktualität verloren, beteuert Jens Grandt, die kritische Gesamtausgabe stelle das erneut unter Beweis. Im Zentrum stehen die inzwischen klassischen Fragen der Hermeneutik: Wie verstehen wir überlieferte Texte und Sprache überhaupt? Wieso herrscht Uneinigkeit über Bedeutungen? Gibt es so etwas wie eine 'wahre Bedeutung' und wie könnten wir uns ihr nähern? Die Vorträge vom Anfang des 19. Jahrhunderts lesen sich heute wie eine "Geburtsurkunde philologischer Textkritik und eine Arbeitsanleitung für historisch-kritische Editionen", findet der Rezensent. Ein großes Verdienst der enthaltenen Einführung von Wolfgang Virmond sei es, den praktizierenden Philologen Schleiermacher zu erfassen, bisherige Biografien hätten an dieser Stelle einen blinden Fleck aufgewiesen. Eine unfertig gebliebene kritische Edition der Paulus-Briefe offenbart das gespaltene Verhältnis, das Schleiermacher zur Bibel-Hermeneutik hatte, erklärt Grandt. Er war zwar vollkommen von der Glaubenslehre des Neuen Testaments überzeugt, aber "in der Historisierung der Überlieferung ist er ganz Aufklärer, in der Hermeneutik insgesamt ein Häretiker".

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