Friedrich Prinz

Das wahre Leben der Heiligen

Zwölf historische Porträts von Kaiserin Helena bis Franz von Assisi
Cover: Das wahre Leben der Heiligen
C. H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406502231
Gebunden, 318 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

In Kunstwerken früherer Jahrhunderte werden uns die frommen Heiligenlegenden vergegenwärtigt. Doch wodurch wurden sie zu Heiligen? Und vor allem: Gab es nicht auch ganz unheilige Seiten ihres Lebens? Diesen Fragen geht Friedrich Prinz in zwölf historischen Miniaturen nach. Er beschreibt die Kaiserin Helena, die, aus fragwürdigem Milieu kommend, zur Heiligen wurde, den heiligen Martin, der uns durch die Mantelteilung bekannt ist, die Kirchenväter Hieronymus und Augustinus, die heilige Radegunde, die in ihrem Kloster strengste Askese mit liebenswerter Weltoffenheit verband, die Bischöfe Wilfrid von York und Willibald von Eichstätt, Kaiser Heinrich II., Bernhard von Clairvaux, Hildegard von Bingen, Elisabeth von Thüringen und schließlich Franz von Assisi, den leuchtenden Stern am Heiligenhimmel des Mittelalters.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 16.10.2003

Wendet sich der Historiker Biografien der Heiligen fernab ihrer hagiografischen Verklärungen zu, hat er meist mit einer heiklen Quellenlage zu schaffen, erklärt uns der Rezensent Norbert H. Ott. Historische Überlieferungen sind rar, erbauliche Lebensbeschreibungen wie autobiografische Zeugnisse dienten oftmals dem Zweck, "ein vorbildhaftes, zu Verehrung und Nachahmung animierendes Idealbild" zu entwerfen. Dem Münchner Mediävisten Friedrich Prinz ist es aber dennoch gelungen. die wahren Bilder hinter den Übermalungen der Heiligenlegenden zu erkennen, versichert Ott. Bei den zwölf exemplarisch ausgewählten historischen Porträts aus Spätantike und Mittelalter sei der "renommierte Historiker" mit "quellenkritischer Akribie" und "stilsicherer Darstellungskunst" zu Werke gegangen, so der Rezensent weiter, der voller Begeisterung ob der "bewundernswerten Sachkompetenz" des Autoren ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.05.2003

Wäre es nicht noch ein bisschen zu früh, um an Weihnachtsgeschenke zu denken - Alexander Kissler hätte da eins zu empfehlen, nicht rückhaltlos, aber doch recht warm. Um Heilige geht es, nicht um solche, die aus strategischen oder finanziellen Überlegungen heraus kanonisiert wurden, sondern um die "echten Heiligen", die ihr Leben mit dem Anspruch moralischer Makellosigkeit lebten. Zwölf von ihnen habe sich Friedrich Prinz herausgesucht, um sie jenseits von Legende und Hagiographie als historische Figuren zu beschreiben. Das, so Kissler, sei ihm gelungen - unterhaltsam, wissenschaftlich integer und "nur streckenweise redundant". Wenn auch der Tonfall des Buches noch oft von jener "Erbauungsliteratur" künde, die bei dem Thema Heilige normalerweise das Sagen hat.
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