Friedrich Georg Jünger

Inmitten dieser Welt der Zerstörung

Briefwechsel mit Rudolf Schlichter, Ernst Niekisch und Gerhard Nebel
Cover: Inmitten dieser Welt der Zerstörung
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2001
ISBN 9783608931631
Gebunden, 229 Seiten, 20,20 EUR

Klappentext

Mit Einleitung und Kommentaren herausgegeben von Ulrich Fröschle und Volker Haase. Der Lyriker, Erzähler und Essayist Friedrich Georg Jünger war, nicht kompromittiert durch die NS-Zeit, in den Aufbaujahren der Bundesrepublik ein gefragter Gesprächspartner, ausgezeichnet mit zahlreichen Preisen, die seine Prominenz bezeugten. Seine Briefwechsel mit dem Maler Schlichter, dem Politiker und Publizisten Niekisch und dem Philosophen Nebel ergeben ein hochinteressantes Bild der kulturellen Nachkriegslandschaft...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.08.2001

Martin Meyer fasst sich nicht eben kurz. Zu jedem der drei im Band enthaltenen "sorgfältig kommentierten" Briefwechsel wartet er mit einer Charakterisierung der Beteiligten und ihres Verhältnisses zueinander auf, die sowohl die Vergleichbarkeit der Korrespondenzen verdeutlicht als auch die Unterschiede "sehr verschiedener Temperamente" herausarbeitet. Ergiebig findet Meyer die Korrespondenzen dabei durch die Bank: Es geht um wichtige Fragen (Gegenwartskunst, Stellung der Politik, Verhältnis von Philosophie und Religion), und die Zeitgeschichte der letzten Kriegsjahre und der frühen Nachkriegszeit bestimmt "den Ernst von Rede und Gegenrede".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.06.2001

Einblicke in die Gedankenwelt einiger heute unbekannt erscheinender Intellektueller gewährt laut Albert von Schirnding der vorliegende Band, der den Briefwechsel zwischen vier höchst unterschiedlich positionierten Menschen in der Nachkriegszeit dokumentiert, die eines gemeinsam hatten: sie waren "für die Weimarer Republik typische" Anti-Demokraten, so von Schirnding, wenngleich Hitlergegner. F.G. Jünger (der Bruder?) ist als Wortführer der konservativen Revolution bekannt geworden, Niekisch vertrat eine "sozialistisch-nationalrevolutionäre" Gesinnung, Schlichter gehörte der KPD an, wer Gerhard Nebel war, erfährt der Leser nicht . Der Rezensent kommt jedenfalls nach der gesammelten Lektüre zu der Einsicht, dass sich diese Partner "im Kampf für einen Neubeginn" nach 1945 wohl kaum füreinander eigneten. Sie waren keine Verbündeten mehr und hatten einander nicht mehr viel zu sagen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.05.2001

So recht passen will dem Rezensenten Uwe Pralle der Titel der Briefsammlung nicht: "Inmitten dieser Welt der Zerstörung" in Nachkriegsdeutschland befand sich einzig Ernst Niekisch - die anderen Autoren, allesamt doppelt verbitterte Nationalkonservative, hatten sich eher "ins Private" und auf eine "ästhetische Existenz" zurückgezogen. Viel zu sagen hatten die einst durch ihre Demokratiefeindschaft Verbunden sich auch nicht mehr, befindet Pralle angesichts des schon nach wenigen Jahren versiegenden Briefflusses zwischen den Beteiligten. Ein "feingeschliffenes Prisma dieser Zeit" gibt es gerade nicht, so der Rezensent, nur "Schnappschüsse von Haltungen".

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