Der "Roman des Freiherrn von Vieren" ist das Gemeinschaftswerk einer Dichtergruppe um E. T. A. Hoffmann, Adelbert von Chamisso, Karl Wilhelm Salice-Contessa und Friedrich de la Motte Fouqué. 1815 begonnen und Fragment geblieben, erzählt dieses amüsant-romantische Experiment die Geschichte des Malers Georg Haberland, der wie seine beiden Doppelgänger auf der Suche nach der idealen Mädchengestalt ist. Ein paar Jahre später veröffentlichte E. T. A. Hoffmann das von ihm zurückgezogene fünfte Kapitel des Viererromans als umgearbeitete eigenständige Erzählung "Die Doppeltgänger" und Karl Wilhelm Salice-Contessa seine Erzählung "Das Bild der Mutter", die beide hier in ihrer ursprünglichen Fassung mit abgedruckt werden. Das Buch versammelt damit die Zeugnisse des Seraphinenordens, der nach seiner Neugründung 1818 als Serapions-Brüderschaft weltberühmt wurde.
Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Markus Bernauer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2017
Mit "Dem Roman des Freiherrn von Vieren" liest Rezensent Tilman Spreckelsen nicht nur einen spannenden und reichhaltigen Kriminalroman, sondern auch die faszinierende Geschichte eines ungewöhnlichen Projekts. Bereits 1814 hatten sich vier Autoren, darunter E.T.A. Hoffmann und Adalbert von Chamisso zusammengetan, um gemeinsam einen Roman zu schreiben, lesen wir. Jedem von ihnen wurden ein oder mehrere Kapitel überantwortet, in dem er die Handlung voran treiben sollte. Dass das Projekt schließlich unvollendet liegen blieb und Hoffmanns Beitrag zum Text gänzlich fehlt, führte Hoffmann selbst auf den "Eigensinn der Beteiligten" zurück. Nun, mehr als zweihundert Jahre später, so der Rezensent, hat der Berliner Literaturwissenschaftler Markus Bernauer den fragmentarischen Text neu editiert und um zwei Novellen und ein "vorzügliches Nachwort" ergänzt, das die so spannende wie müßige Frage aufwirft: Was wäre wenn...
Nelio Biedermann: Lázár Alles beginnt, sogar das Ende, als Lajos von Lázár, das blonde Kind mit den wasserblauen Augen, zur Welt kommt. Seinem Vater, dem Baron, wird der Sohn nie geheuer sein, als… Heike Geißler: Michaela Kohlhaas "Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder." So erzählt es Heinrich von Kleist in seiner gleichnamigen Novelle über den Pferdehändler Michael Kohlhaas, der nach erlittenem… Robert Seethaler: Die Straße Die Straße ist nicht im Zentrum der Stadt und nicht an ihrem Rand. Versteckt liegt sie irgendwo dazwischen. Kein Besucher würde sich dorthin verirren, und doch passiert in… Petra Morsbach: Orion Nora lernt bei einem Studentenjob ihren späteren Mann kennen, einen Archivar. Sie wird Lehrerin für Deutsch und Geschichte in einem oberbayerischen Gymnasium, zieht einen…