Aus dem Russischen von Hendrik Jackson. und Dorothea Trottenberg. Über Dmitrij Venevitinov (1805 - 1827), der ein Zeitgenosse von Alexander Puschkin war, schrieb der berühmte russische Literaturkritiker Tschernyschewski: "Hätte Venevitinov wenigstens zehn Jahre länger gelebt, er hätte unsere Literatur um ganze Jahrzehnte vorangebracht." Dazu kam es nicht - er starb, nur 21 Jahre alt, nach einer Verhaftung. Nicht nur sein früher Tod ließ den begabten und begeisterten Dichterphilosophen Venevitinov als Inbegriff des frühvollendeten romantischen Götterlieblings erscheinen: Das Buch stellt den Autor und sein Werk - Lyrik, literarische und philosophische Prosa sowie Briefe - erstmals in deutscher Übersetzung vor. Die Gedichte werden in wörtlicher Übertragung und in einer freieren Nachdichtung durch den deutschen Lyriker Hendrik Jackson präsentiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 12.10.2016
Oleg Jurjew, Rezensent und selbst Dichter, freut sich über diesen Gedichtband von Dmitri Venevitinov (1805-1827). Den Autor kennt er als vielversprechendes Talent, das leider zu früh verstarb, vielversprechend wohlgemerkt. Denn so gesegnet mit Talent Venevitinov gewesen sein mag, meint Jurjew, seine Kunst vermochte er nicht zur Reife auszubilden. Die Gedichte möchte der Rezensent daher lieber nicht mit Puschkin vergleichen. Nicht schlecht, aber eben Romantik, normale Reime und wenig originelle Bilder, urteilt der Rezensent, der die vorliegende freie Nachdichtung daher etwas irreführend findet und sich an die ebenfalls im Band enthaltenen Rohübersetzungen hält. Dass Venevitinov auch kein immens politischer Autor war, wie Jurjew klarstellt, mindert seine Freude über das Erscheinen des Buches jedoch kaum.
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