Frieden durch Demokratie?

Genese, Wirkung und Kritik eines Deutungsmusters
Cover: Frieden durch Demokratie?
Klartext Verlag, Essen 2010
ISBN 9783837504019
Kartoniert, 298 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Herausgegeben von Jost Dülffer und Gottfried Niedhart. Seit Immanuel Kants Schrift "Zum ewigen Frieden" wird ein Zusammenhang von innerer Verfasstheit der Staaten und ihrem außen politischen Konfliktverhalten vermutet. Im Ersten Weltkrieg griff der amerikanische Präsident Wilson dieses Argumentationsmuster auf und formulierte mit seiner Forderung, die Welt müsse sicher gemacht werden für die Demokratie, die Theorie des Demokratischen Friedens. Dass Frieden vom Grad der Demokratisierung abhänge, war auch nach dem Zweiten Weltkrieg und nicht zuletzt nach dem Ende des OstWestKonflikts eine häufig zu hörende These.
Dieser Band zielt nicht auf eine Verifizierung oder Falsifizierung der Theorie des Demokratischen Friedens, wie sie insbesondere in der amerikanischen, skandinavischen und deutschen Politikwissenschaft entwickelt worden ist. Vielmehr will er aufzeigen, wie mittels dieser Theorie seit dem Ersten Weltkrieg Politik gemacht wurde. Hierbei kommt die Diskrepanz von Theorie und Praxis immer wieder zur Sprache und somit gelangt auch die Theorie selbst indirekt auf den Prüfstand. Mit Beiträgen aus Geschichts- und Politikwissenschaft sowie Philosophie wird ein Brückenschlag zwischen historischer und sozialwissenschaftlicher Friedensforschung angestrebt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.03.2011

Dieser Sammelband fasst die Vorträge einer Tagung zusammen, die im Jahr 2009 stattfand und der Frage nachging, wie eng oder gar wesentlich der Zusammenhang zwischen Frieden und Demokratie ist. Die gelegentlich zu hörende These, dass Demokratien gegeneinander keinen Krieg führen, erweise sich freilich, so der Rezensent Werner Link, schon bei ein bisschen Nachdenken als gänzlich unhaltbar - Jost Dülffer etwa zählt in seinem Beitrag nicht weniger als 23 derartige Kriege auf. Als "brillant" preist der Rezensent einen Aufsatz, in dem Jonas Wolff auf den inneren Widerspruch des Projekts der allermeist unter recht "hegemonialen" Vorzeichen durchgeführten "internationalen Demokratieförderung" hinweist. Bei allem Lob für den Band und auch die abschließende Übersicht von Dieter Senghaas bedauert Link doch, dass bei diesem eine Denktradition, die bis zum Kant-Schüler Friedrich Gentz zurückreicht, keine Erwähnung findet: die Überlegungen zu einem "Mächtekonzert" als weniger illusorische Version einer globalen Vision.

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