Fridas Kleider

Aus dem Museo Frida Kahlo, Mexico City
Cover: Fridas Kleider
Schirmer und Mosel Verlag, München 2009
ISBN 9783829604093
Gebunden, 189 Seiten, 49,80 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen und Spanischen von Claudia Arlinghaus und Martina Tichy. Mit 162 Fotografien von Graciela Iturbide und Pablo Aguinaco. Ein halbes Jahrhundert lang lagerte Frida Kahlos persönliche Garderobe unangetastet in einer versiegelten Kammer in der "Casa Azul", ihrem letzten Wohnhaus in Coyoacan. Als sie 1954 starb, hatte ihr Mann Diego Rivera verfügt, Fridas Ankleidezimmer für 50 Jahre verschlossen zu halten. 2004 war es soweit: Türen, Schränke und Schubladen durften geöffnet werden, und was zum Vorschein kam, übertraf alle Erwartungen. Mehr als 200 wunderschöne Kleider, allesamt traditionelle mexikanische Trachten, Kopfbedeckungen, Tücher, Schmuck und Schuhe fanden sich hier neben Prothesen, Stützkorsetts und Arzneien. Man kennt beides aus Fridas Gemälden, die Corsagen, die ihre zerstörte Wirbelsäule zusammenhielten, und die bodenlangen farbenprächtigen Gewänder, die sie mit einem gewissen Nationalstolz, aus Liebe zur Volkskunst des alten Mexiko trug und die gleichzeitig ihre Gebrechen kaschierten. Fridas bald vielkopierte Art sich zu kleiden, war Teil ihrer schillernden Persönlichkeit und ihrer Kunst. Mit viel Aufwand wurden die kostbaren Stücke in den letzten Jahren liebevoll restauriert und jetzt der Öffentlichkeit präsentiert. Unser reich bebilderter Band zeigt Neuaufnahmen der schönsten Kleider und Accessoires, kombiniert mit zeitgenössischen Portraitphotos und Fridas Gemälden.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 11.02.2010

Fasziniert hat Barbara Vinken in diesem Katalog mit "wunderbaren" Fotos Frida Kahlos und vor allem ihrer Kleider geblättert, die sie als Panorama einer Welt aus Pracht und Leid gefesselt haben. "Glänzende Seiden, kostbare Spitzen, hauchzarte Gaze" schreibt sie, und schwelgt dabei auch in den leuchtenden Farben der Gewänder. Auch Fotografien der Protesten und Korsette Kahlos seien in Pablo Aquinacos prächtigem Bildband abgebildet. Und Fotos von Kahlo sowie ihrer Mutter, die sie in hochmodischer westlicher Garderobe , einmal gar im Herrenanzug als Dandy zeigen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.07.2009

Frida Kahlo hat sich bewusst für die Öffentlichkeit inszeniert: in Fotos, in ihrer Kleidung, für die sie "indianische mit westlichen oder auch chinesischen Elementen" mischte. Die amerikanische Anthropologin Marta Turok erklärt das in einem "umfangreichen" Essay in diesem Band, erzählt Rezensentin Rose-Marie Gropp. Fünfzig Jahre lang blieb auf Anweisung ihres Lebensgefährten Diego Rivera das Ankleidezimmer Kahlos verschlossen. In diesem Band finden sich nun die Fotos, die Pablo Aguinaco nach der im Jahr 2004 erfolgten Öffnung machte. "Lichtdurchströmt" sind diese Bilder, schwärmt Gropp, und besonders aufschlussreich scheint ihr der Kontrast zwischen den postumen Rekonstruktionen und den ikonischen Selbst-Inszenierungen Kahlos zu Lebzeiten.
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