Fredric Jameson

Mythen der Moderne

Cover: Mythen der Moderne
Kadmos Kulturverlag, Berlin 2004
ISBN 9783931659462
Gebunden, 239 Seiten, 22,50 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Hans-Hagen Hildebrandt. Wie es zu dieser Wiederkehr traditioneller Philosophie hat kommen können, beschreibt Frederic Jameson. Dabei nimmt er in diesem Band das Wesen der Modernität selbst in den Blick, das in den Sozialwissenschaften bis heute nur unzureichend verstanden worden ist. Wir treten heute eher nicht in eine Epoche der Postmodernität ein, sondern bewegen uns auf eine zu, in der die Konsequenzen der Modernität stärker als früher radikalisiert und universalisiert werden. Am Horizont erscheinen dabei die Konturen einer neuen und anderen Ordnung, die post-modern ist, doch ganz unterschieden von dem ist, was von vielen im Augenblick "Postmodernität" genannt wird.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.03.2005

Frederic Jameson gilt in den Vereinigten Staaten als der Erneuerer des Marxismus, stellt uns H.D. Kittsteiner den Verfasser der "Mythen der Moderne" vor. In jedem Fall sei die Moderne zurück, stellt er fest, auch wenn sie ohne postmodernen Bruch nicht zu denken wäre. Letzteres gehört zu den vier Hauptthesen Jamesons, die eine Periodisierung für unumgänglich halten und - so die zentrale Aussage - Modernität nicht für einen Begriff, sondern zu einer narrative Kategorie erklären. Nun gebe es eine Vielzahl von Modernen, resümiert Kittsteiner, weshalb Jameson hinter dieser "Trope" ein verschüttetes Narrativ vermute, das er mithilfe diverser europäischer Geistesgrößen - von Descartes über Heidegger zu Foucault und Althusserl - zu rekonstruieren versuche. So weit, so interessant, findet Kittsteiner, dem allerdings Jamesons Absicht nicht einleuchten will, für die Moderne den Begriff Kapitalismus einzusetzen. So bleiben die Mythen Mythen, findet er, Jamesons Marx-Verständnis sei zur Entfaltung der durchaus brauchbaren Ausgangsthesen nicht ausreichend, lautet seine Kritik. Kleine Glossalie: Lenins Leitspruch "Sowjetmacht plus Elektrifizierung" wurde fälschlicherweise mit "Geselligkeit plus Elektrifzierung" übersetzt, ist Kittsteiner aufgefallen. Wäre das Lenins Devise gewesen, unkt er, hätte die Weltgeschichte einen anderen Verlauf genommen.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 30.10.2004

Fredric Jameson ist ein Autor der ersten Theorie-Liga, ein US-Marxist und, so Robert Misik, ein Stern in der "Foucault-Deleuze-Derrida-Zizek-Laclau-Galaxie". Berühmt ist er vor allem für seine Untersuchungen zur Postmoderne als Vollendungsform des Spätkapitalismus - auf sein Buch zur Moderne darf man also gespannt sein. Die Moderne, so Jameson, ist mit Notwendigkeit unvollendet, und lebt vom "großen Beginnergefühl" (Misik). Notwendige Unterscheidungen sind zu treffen, der Rezensent fasst sie wie folgt zusammen: "Die Moderne ist eine Situation; die Modernisierung ein Prozess; der Modernismus eine Reaktion darauf." Daraus ist Robert Misik durchaus klug geworden, nur weiß er am Ende seiner sehr respektvollen Rezension nicht genau wozu. Anspruchsvolle "Ideologieanalytik" bescheinigt er Jameson, und fühlt sich, weil ohne Aufforderung zur Veränderung allein gelassen, zuletzt doch etwas "hilflos".
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