Klappentext

Aus dem Englischen von Richard Barth. "Utopie oder Untergang" versammelt Benjamin Kunkels wichtigsten Aufsätze über Autoren wie Fredric Jameson, David Graeber und Slavoj Žižek. Daraus ergibt sich nicht nur ein Panorama linken Denkens: Indem Kunkel das Gelesene mit eigenen Erfahrungen verknüpft, reflektiert er zugleich darüber, was es heißt, in neoliberalen Zeiten erwachsen geworden zu sein. Seine Jugend, so Kunkel, habe er großenteils während des Endes der Geschichte verbracht - das nun selbst an sein Ende zu kommen scheint.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 12.02.2015

Benjamin Kunkel wirkt auf Jenny Friedrich-Freksa ziemlich entschlossen, wenn er an die Linksgesinnten appelliert, den Einsichten in die diversen systematischen Fehler des Kapitalismus doch endlich einen positiven Entwurf gegenüberzustellen, denn, so argumentiere Kunkel, die letzte Finanzkrise habe gezeigt, dass das System seine eigene Stabilität wahrscheinlich nicht mehr lange erhalten kann und dann Wege gebraucht werden, wie die Wirtschaft wieder unter politische Kontrolle gebracht werden kann, fasst die Rezensentin zusammen. Den Mangel an aktuellen Entwürfen demonstriert Kunkel in einer Diskussion mehrerer berühmter (etwa Piketty und Žižek) und einiger unbekannterer (etwa David Harvey und Robert Brenner) Theoretiker aus verschiedenen Disziplinen, so Friedrich-Freksa.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 15.11.2014

Kurz und bündig fällt Robert Misiks Besprechung dieser "Sammlung von wirklich klugen Essays" aus der Feder Benjamin Kunkels aus, den der Kritiker für einen der momentan klügsten Köpfe der linksintellektuellen Fraktion hält. Kunkels Texte über die Theorien anderer Autoren - von Fredric Jameson über David Harvey bis zu Slavoj Žižek - sind allesamt lesenswert und ertragreich, meint Misik, der sich zudem noch darüber freut, dass Kunkels hervorragende Kritik an Thomas Pikettys "Kapital", anders als in der Originalausgabe, ihren Weg in die deutsche Ausgabe gefunden hat. Alle Texte kreisen dabei von einer dem Keynesianismus gegenüber zwar respektvollen, aber skeptischen Position aus um die Frage nach gesellschaftlicher Stabilität im Kapitalismus und der Möglichkeit von Gerechtigkeitszuwachs, erklärt Misik und spricht eine allerwärmste Leseempfehlung aus.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 11.10.2014

Felix Stephan versteht Benjamin Kunkels hier versammelte Essays als Gesellenstück eines marxistischen Lehrlings. Insofern darf der Autor Unreife zeigen, soll das wohl heißen, wenn er Diskursmeister, wie David Graeber, Thomas Piketty, Slavoj Žižek oder Boris Groys und ihr Werk mit laut Stephan gewohnter erzählerischer Gabe auf ihre Haltung zum kapitalistischen Stand der Dinge befragt. Bzw. kritisiert, denn der Autor, erklärt uns der Rezensent, geht davon aus, dass die internationale Linke (wenn es dergleichen denn gibt) erbärmlich dastehe. Wie auch immer, Stephans Plazet jedenfalls hat Kunkel schon, auch wenn so mancher den Autor lieber als Romanschriftsteller sähe.