Franziska Sperr

Das Revier der Amsel

Roman
Cover: Das Revier der Amsel
Fahrenheit Verlag, München 2008
ISBN 9783940813121
Gebunden, 224 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Heute bin ich anders. Weil einer auf mich wartet. Weil ich nie mehr allein sein werde. Sie kennt das Gefühl seit ihrer Kindheit: Auf etwas zu warten, was dann nicht eintrifft. Ausgeschlossen zu sein. Nicht teilzuhaben am Leben, obwohl sie sich doch so sehr danach sehnt. Und so hat Klara Schwartz sich eingerichtet in ihrer Einsamkeit, bis das Gefühl der Leere und die Sehnsucht nach Liebe, nach Berührung sie bis zum Äußersten treiben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.09.2008

Dieser düstere Roman über eine Baby-Entführerin und Psychatriepatientin hat Maria Frise gefesselt. Es gelinge der Autorin, die zuletzt durch eine Romanbiografie der Franziska Reventlow in Erscheinung getreten ist, durch rasante Wechsel in der Perspektive Spannung zu erzeugen, und sie überzeuge gleichzeitig durch die einfühlsame und sprachmächtige Darstellung, lobt die Rezensentin rückhaltlos. Das einzige, was sie ein bisschen mitgenommen zu haben scheint ist, dass die Autorin für ihre Protagonistin wirklich überhaupt keinen "Lichtblick" übrig hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.08.2008

Jörg Magenau gefällt der ruhige Ton, den dieser Roman anschlägt. Dabei taugte der Stoff des Romans - eine Entführungsgeschichte gekoppelt an den Zerfall einer Familie - für Magenau auch gut zum Psycho-Thriller. Dafür dass es anders kommt, als erzählte Erinnerung an die Kindheit zweier Schwestern, sorgen laut Magenau die besonderen Fähigkeiten der Autorin Franziska Sperr. Mittels Motivvariationen, stilistischem Feingefühl und dem Kniff, die Schwesternperspektiven stilistisch voneinander zu scheiden, ich-perspektivisch, aussschweifend hier, exakt, protokollarisch und auktorial dort, gelingt es Sperr, den Rezensentenblick auf die Kontraste zu lenken. So erlebt Magenau die Geschichte der Familie gleich zweimal. Wenn gegen Ende dann auch noch die "Koordinaten" beider Figuren die Seiten wechseln, gerät der Rezensent vollends aus dem Rezensenten-Häuschen: Große Kunst!

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