Die Frage der Schuld wurde durch diesen im August 1914, bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs, begonnenen Roman, in dem sie immateriell bleibt, geradezu zur Vision des Jahrhunderts. "Jemand mußte Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet."
Ein Roman voller "Rätsel" und "Zweideutigkeiten", findet Ulrich Greiner. Geschrieben 1914 deute er ahnungsvoll auf die totalitären Regime des 20. Jahrhunderts hin. Berühmt geworden ist natürlich der erste Satz "Jemand musste Josef K. verleumdet haben, denn ohne dass er etwas Böses getan hätte, wurde er eines Morgens verhaftet." Die politische Parabel stoße aber bald an ihre Grenzen und das rätselhafte, unwirkliche des Romans beginnt, indem sich die Zeit vollkommen verwirrt, es keinen Erzähler gebe und der Urheber der Handlung im Dunklen bleibe. So schreibt Greiner dann auch, dieser Roman sei ein "Irrgarten aus gläsernen Mauern" und kenne selbst "keinen Ausweg". Er markiere "den Anfang einer neuen Zeit", so geschrieben wie Kafka hatte bis dahin noch keiner. Später lasen es die Opfer unter "Hitler und Stalin" als Trost und die "Täter" hassten und verboten das Werk, berichtet Greiner.
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