Frantisek Listopad

Jahrmarkt Böhmen

Gedichte
Cover: Jahrmarkt Böhmen
Edition Thanhäuser, Ottensheim 2008
ISBN 9783900986667
Gebunden, 146 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Tschechischen und mit einem Nachwort von Eduard Schreiber. Mit 18 Federzeichnungen und Holzschnitten von Christian Thanhäuser. Für die Edition Thanhäuser hat Eduard Schreiber zwei Schlüsseltexte Listopads übertragen und herausgegeben: den 1947 entstandenen Gedichtband "Jahrmarkt", der in eigenwilliger und hochartifizieller Weise den "Sturz" in die Freiheit verarbeitet und den 1992 veröffentlichten Band "Final Rondi", der die Wiederbegegnung des Dichters mit seiner böhmischen und mährischen Heimat, mit alten Freunden, toten und lebenden, beschreibt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.02.2009

Hans-Peter Kunisch stellt den Band mit gesammelten Gedichten von Frantisek Listopad vor und gibt einen Überblick über dessen bewegtes Leben. Der böhmische Dichter, der den Zweiten Weltkrieg als Kommunist im Untergrund überlebte, während ein Großteil seiner Familie wegen ihrer jüdischen Abstammung von den Nazis deportiert wurde, ging erst nach Paris und später nach Portugal, teilt uns Kunisch mit. Während er journalistische Arbeiten, Essays, Reise-, Kinder-, und andere Prosabücher auf Portugiesisch verfasste, schrieb er seine Gedichte ausschließlich auf Tschechisch, so der Rezensent weiter. Mit der vorliegenden Gedichtsammlung ist er sehr zufrieden, findet es nur schade, dass das Leben in Portugal kaum Spuren darin hinterlassen hat. Ansonsten schwelgt er in der handfesten Sinnlichkeit der frühen Verse und lässt sich auch gern auf die leicht surrealistische Qualität der Texte, die nach 1989 erschienen sind, ein.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 06.09.2008

Karl-Markus Gauß begrüßt diese "bibliophile Ausgabe" mit Gedichten Frantisek Listopads. Er hält den im deutschen Sprachraum bislang unbekannten Dichter, der vierzig Jahre als Wissenschaftler in Portugal gelebt hat und in Tschechien als einer der Großen der Literatur des 20. Jahrhunderts gilt, für eine "echte Entdeckung". Um so erfreuter zeigt er sich über den nun von Eduard Schreiber "nuancenreich? übersetzten und mit Holzschnitten illustrierten Band, der Gedichte des jungen und des alten Listopad nebeneinander stellt. Gauß konstatiert bei den frühen Gedichten sowohl das Ringen um Gerechtigkeit als auch um Schönheit und Eleganz. Zudem hebt er hervor, dass sich Listopad den "lakonisch frechen Witz" bewahrt hat. Die literarische Heimkehr vollziehe der Dichter als "Wiederbesichtigung von Landschaften und als methodisch betriebene Erinnerung an die Gefährten von einst".