Aus dem Englischen von Klaus-Dieter Schmidt und Stephan Gebauer-Lippert. Konsum - der Motor unserer Zivilisation.
Was wir konsumieren, ist zu einem bestimmenden Aspekt des modernen Lebens geworden. Wir definieren uns über unseren Besitz, und der immer üppigere Lebensstil hat enorme Folgen für die Erde. Wie kam es dazu, dass wir heute mit einer derart großen Menge an Dingen leben, und wie hat das den Lauf der Geschichte verändert?
Frank Trentmann, Historiker am Londoner Birkbeck College, erzählt in Herrschaft der Dinge erstmals die Geschichte des Konsums. Von der italienischen Renaissance bis hin zur globalisierten Wirtschaft der Gegenwart entwirft er eine weltumspannende Alltags- und Wirtschaftsgeschichte, die eine Fülle von Wissen bietet, den Blick aber ebenso auf die Herausforderungen der Zukunft lenkt angesichts von Überfluss und Turbokapitalismus.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2017
Burkhard Müller zieht den Hut vor der Mühe, die sich Frank Trentmann mit seinem Buch gemacht hat. Für Müller eine echte Pionierleistung, die aber vor allem darin besteht, das Material für eine Historie des Konsums gesammelt zu haben. Das Projekt selbst steht laut Müller aber noch aus, denn Trentmann, eifrig, endlich die Konsumentenseite zu behandeln, blendet nicht nur die Produktionsseite aus, wie der Rezensent feststellt, er lässt auch historisches Verständnis vermissen und bietet stattdessen Appell, meint Müller. Konzeptuell zeigt der Autor Schwäche, findet der Rezensent, die Informationsfülle, die er offeriert aber lässt sich künftig trefflich nutzen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.07.2017
Als zukunftsoffenen Beitrag zur Kapitalismus-Debatte bezeichnet Werner Plumpe das Buch des Historikers Frank Trentmann. Dass der Autor den allseits blühenden Spekulationen zum Thema Tatsachen entgegensetzt, gefällt Plumpe. Von der frühen Neuzeit bis heute reicht Trentmanns globaler Blick laut Rezensent und zeigt in historischer Perspektive, wie wenig vom Sparen und Konsumverzicht zu halten und wie wandlungsfähig Konsum ist. Nicht nur als prägend für unsere Geschichte lernt Plumpe den Konsum hier kennen, auch Zusammenhänge wie den zwischen Welthandel und Konsumkulturen kann der Autor ihm erläutern. Die Unaufgeregtheit der Argumentation und die Lesbarkeit des für Plumpe geradezu enzyklopädischen Buches machen die Lektüre für den Rezensenten außerdem zum Gewinn.
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