Frank Stern

Dann bin ich um den Schlaf gebracht

Ein Jahrtausend jüdisch-deutsche Kulturgeschichte
Cover: Dann bin ich um den Schlaf gebracht
Aufbau Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783351025335
Gebunden, 239 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Was lasen Juden im Zeitalter des Minnesangs, welche Rolle spielten jüdische Frauen im deutsch-jüdischen Kontext durch die Jahrhunderte, wie sah die Selbstverteidigung und Organisation der Juden im Hochmittelalter aus, wie wirkten Humanismus und Reformation auf die Juden in deutschen Landen, warum lebten deutsche Juden nicht in Gettos, und warum sind gerade Süßkind von Trimberg, Josel von Rosheim, Glückel von Hameln, Ludwig Börne, Heinrich Heine, Moritz Daniel Oppenheim, Fanny Lewald und Walter Rathenau, Bertha Pappenheim, Max Liebermann, Ernst Lubitsch und Werner Richard Heymann, Heinz Galinski, Fritz Lang, Hans Rosenthal, Wolfgang Hildesheimer, Jurek Becker, Barbara Honigmann und Jalda Rebling herausragende Repräsentanten der deutsch-jüdischen Erfahrung?

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 27.05.2003

Aus der Flut an Veröffentlichungen zur Geschichte des deutschen Judentums ragt diese für Michal Bodemann besonders heraus. Anders als Amos Elon, der seine deutsch-jüdische Kulturgeschichte auf die Zeitspanne von 190 Jahren schrumpfen lässt, holt Frank Stern, Professor für deutsche Geschichte und Kultur in Jerusalem, viel weiter aus, lobt Bodemann. Bei Stern geht es gleich um ein ganzes Jahrtausend jüdisch-deutschen Zusammenlebens und -wirkens; statt "eingefahrene Biologismen von (negativer) Symbiose und Assimilation" zu strapazieren, stelle der Autor seine jüdischen und christlichen Protagonisten sozial auf gleiche Augenhöhe, bemerkt der Rezensent. Stern fordere, erläutert Bodemann, die deutsch-jüdischen Beziehungen nicht von der Shoah her zu interpretieren; gerade das Gerede vom Verlust des jüdischen Beitrags zur deutschen Kultur halte Stern für eine Form des Philosemitismus, der zur weiteren Ausgrenzung der Juden heute beitrage. Stern, so berichtet Bodemann mit Sympathie, blicke lieber weiter zurück beziehungsweise nach vorn: da ist die Rede von einer "dritten Emanziption" der Juden nach 1945. Deutsche und Juden hätten die Chance, die "Bausteine der Aufklärung und des deutsch-jüdischen Zusammenhangs von ihrem Beginn her zu lesen", zitiert Bodemann den Autor, "und neu zusammenzusetzen".

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