Frank Schulz

Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen

Roman
Cover: Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen
Galiani Verlag Berlin, Berlin 2015
ISBN 9783869711065
Gebunden, 336 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Noch immer leidet Onno unter einer posttraumatischen Belastungsstörung, ausgelöst durch die Turbulenzen seiner ersten Ermittlungen. Da trifft es sich gut, dass der exzentrische Künstler Donald Jochemsen - Vetter von Onnos bestem Freund - nach Begleitung für eine Mittelmeerkreuzfahrt sucht. Er hat sein alterndes Herz an eine junge Sängerin verloren, die auf dem Schiff arbeitet, leidet aber zugleich unter einer stark ausgeprägten "Viktimophobie". Was die beiden auf dem Schiff erleben, schwankt zwischen der ersehnten Entspannung (Onno) und paranoid-misanthropischen Schüben (Donald), bis etwas Erschütterndes geschieht, das der turbulenten Reise ein abruptes Ende - und ganz andere Dinge in Gang setzt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2015

Mit seinem zweiten Onno-Viets-Roman beweist Frank Schulz vorbildlich, dass auch nach David Foster Wallace' Werk noch grandiose Bücher über Kreuzfahrtschiffe gelingen, versichert Rezensent Jan Wiele. Denn hier wird nicht nur der Pauschalurlaub entlarvt, sondern auch eine ebenso derbe wie fiese Gesellschaftsanalyse voller hanseatischem Hintersinn geliefert, fährt der begeisterte Kritiker fort. Großartig, wie Schulz oberflächlich komisch aber mit literarischem Tiefgang von seinem alternden Hamburger Lebenskünstler mit posttraumatischer Belastungsstörung erzählt, lobt der Rezensent, dem auch der vulgäre Humor und die theatralischen Zwischenkapiteln viel Freude bereitet haben.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 21.02.2015

Da wird das Vulgäre sublim und das Komische büchnerpreisverdächtig, staunt Richard Kämmerlings über Frank Schulz und seinen Antihelden Onno Viets, hier zu bewundern in einer Leibwächterrolle auf Kreuzfahrttournee. Was der Ex-Kneipier und Tischtennisliebhaber auf See erlebt, bietet für Kämmerlings schönste Gegenwartsdiagnostik "auf der Schwelle zur Depression". Gut, dass der Held so ein Menschenfreund ist, meint Kämmerlings. Und dann wird es doch noch richtig thrilllermäßig (mit Hamburger Mafia und so), und Kämmerligs als Leser fängt das Kombinieren an. Wie bei Wolf Haas, findet der Rezensent, nur dass Schulz besser Plattdeutsch kann.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.02.2015

Ja, sie haben recht, die Herren Regener und Henschel, wenn sie ihren Kollegen Frank Schulz als Großmeister des Sprachwitzes feiern, meint Dirk Knipphals angesichts von "Onno Viets und das Schiff der baumelnden Seelen". Der Protagonist ist dem Rezensenten schon aus "Onno Viets und der Irre vom Kiez" bekannt, einem Fall, von dessen Verlauf der Möchtegerndetektiv noch immer posttraumatisch belastungsgestört ist. Hier nun begibt er sich mit seinem Vetter Donald auf eine Mittelmeerkreuzfahrt, für deren Schilderung der Autor alle humoristischen und sprachlichen Register zieht, beispielsweise den Ansturm aufs Frühstücksbüffett als "Massenpanik von Hypnotisierten in Zeitlupe" beschreibt - "als schieres Sprachkunstwerk ist das alles kaum zu toppen", versichert Knipphals. Dass vor diesem Feuerwerk eine ernsthafte oder auch nur gelassene Figurenbetrachtung kapitulieren muss, nimmt der Rezensent dabei gern in Kauf, zumal es Schulz gelingt, auf einer tieferen Ebene doch Anklänge auf eigene ernste Erfahrungen einzuflechten.
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