Aus dem Französischen von Christiane Kayser. Ali und Malika sind erst vor kurzem in eine schicke Wohnung im Pariser Viertel Belleville eingezogen: Sie sind jung und verliebt, die Zukunft liegt ihnen zu Füßen, beste Aussichten erwarten sie.
Ali, gebürtiger Marokkaner, brillanter Ingenieur, lebt seit nunmehr 10 Jahren in Frankreich. Malika ist Lehrerin, spricht kein Arabisch und weiß so gut wie nichts über die Kultur ihrer marokkanischen Eltern. Ihr Glück könnte perfekt sein, wenn Ali sich nicht plötzlich gezwungen sehen würde, seine Arbeit aufzugeben: Wegen seiner Herkunft hat das IT-Unternehmen, das ihn beschäftigt, ihn von einem sensiblen Projekt abgezogen, an dessen Entwicklung er bereits seit Monaten gearbeitet hat. Ali ist frustriert und sieht seine Lage immer pessimistischer, er versinkt zunächst in der Hoffnungslosigkeit und gleitet dann in den Extremismus. Der Alltag wird für das Paar zur Hölle ...
Im "aussichtslosen Kampf zwischen dir und der Welt" erzählt Laroui von vier Menschen, die in den kulturellen und geschichtlichen Verwicklungen unserer Zeit gefangen sind: vom Tod eines jungen Franko-Marokkaners aus Paris in Rakka, von den Reaktionen seines Umfeldes, vom Dilemma, in dem sich seine Freundin befindet, und all dies vor dem Hintergrund der tragischen Ereignisse, die Europa seit 2015 erschüttert haben.
Reiner Wandler gefallen vor allem die Sachkapitel im neuen Roman von Fouad Laroui. Wenn der Autor seine Geschichte um einen friustrierten IT-Ingenieur aus Marokko, der sich radikalisiert, mit Fakten und Mythen aus der Welt der Islamisten garniert, liest Wandler gebannt mit. Gut gefällt ihm auch die vom Autor vorgenommene Kontrastierung der radikalen Weltanschauung mit der offiziellen französischen Geschichtsschreibung. Die literarische Seite, genauer die Figurenzeichnung gelingt dem Autor laut Rezensent leider nur halb so gut. Die Entwicklung der Hauptfigur ist für Wandler nicht nachvollziehbar.
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