Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.08.2001
Den Grundgedanken dieser "quellenreichen Studie", Weltgeschichte unter dem Gesichtswinkel des Reisens zu entfalten, findet Florian Coulmas plausibel. Nicht weniger leuchtet ihm ein, dass der Autor sich auf das späte Mittelalter konzentriert, "in dem durch ausgedehntes Reisen die Fundamente unseres Weltbildes ... gelegt wurden", und auch, dass man zu jener Zeit gen Süden zog, kann Coulmas nachvollziehen: dahin, wo die Zitronen blüh(t)en. Mit leichtem Gruseln lässt sich der Rezensent weiter den Kreuzzug als "bestimmendes Element des europäischen Reisens im Mittelalter" darlegen, bedauert zwischendurch ein wenig, die Trockenheit der Arbeit, die "vom Reisefieber nur sehr wenig mitteilt", und bescheidet sich schließlich mit der nicht sonderlich spektakulären Einsicht, dass Reisen "eine nicht gar so unschuldige Tätigkeit (ist), wie der lesende Sommerfrischler sie sich gerne denkt."
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