Arnold Esch

Wege nach Rom

Annäherungen aus zehn Jahrhunderten
Cover: Wege nach Rom
C. H. Beck Verlag, München 2003
ISBN 9783406502750
Gebunden, 232 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

Arnold Eschs Rom-Studien erkunden jene Wege, die zur Ewigen Stadt führen, in einem ganz wörtlichen Sinne. Wie wusste ein deutscher Pilger um 1500 den Weg nach Rom zu finden? Wo nahm er Quartier, und was musste er dafür aufwenden? Und einmal angekommen: Was gab es bei einem Gang durch das Rom der Hochrenaissance in den verschiedenen Stadtvierteln zu sehen? Die Rom-Erfahrungen eines Goethe oder Humboldt nimmt Esch ebenso in den Blick wie das Italien "von unten erlebt", das notleidende Handwerker und Vagabunden am Ende des 19. Jahrhunderts den deutschen Hilfsverein in Rom aufsuchen ließ.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 05.06.2003

Auch wenn es im Untertitel "Annäherungen aus zehn Jahrhunderten" heißt, vermittelt das Buch viel mehr, nämlich Nähe zu Rom, schreibt Hansjakob Stehle begeistert. Der Autor kennt sich aus, keine Frage, er leitet das Deutsche Historische Institut in Rom, informiert Stehle. So ist folgerichtig der Entstehung der drei deutschen Kulturinstitute in Rom ein eigenes Kapitel gewidmet, berichtet der Rezensent. Rom-Porträts, auch historischer Natur, gibt es viele, aber kaum ein anderer Autor vermag es, "wissenschaftlich Erforschtes so lebendig und farbig darzustellen", freut sich Stehle. Esch führe durch das Rom der Kaiser und Künstler, der Pilger und Päpste, der Dichter und Vagabunden, durch das mittelalterliche und das Renaissance-Rom und wisse von Rom-Lieben und Rom-Kollern zu berichten; alles in allem ist dieses Buch für Stehle ein überzeugender Beleg dafür, dass man in Rom nicht nur Rom, sondern "auch sich selbst finden" kann.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 19.03.2003

Hanno Helbling nennt Arnold Eschs Buch "wegweisend", und hat dabei zweierlei im Sinn: "Seinem Thema nach zeigt es Wege, die Menschen nach Rom geführt haben, und seine Methode erweist sich als vorbildlich, weil wir die Menschen, die auf diesen Wegen gekommen sind, sehen und hören und, wenn's drauf ankommt, auch riechen können". Und die Verschaffung dieser Eindrücke sei keineswegs impressionistisches Beiwerk, sondern die Aufgabe einer Geschichtsschreibung "von unten". Diese hat Esch nach Ansicht des Rezensenten hier beispielhaft gut betrieben, zum einen, indem er die historischen Straßen tatsächlich in Augenschein genommen hat und dabei auch vor Gestrüpp und Umwegen nicht zurückgewichen ist, zum anderen durch ein genaues Studium der verfügbaren Quellen, das es ihm erlaubt, genaue alltagsgeschichtliche Zeichnungen mittelalterlicher - In welchem Hotel stieg der Kaiser ab? - und neuzeitlicher Rom-Fahrten zu entwerfen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.03.2003

Norbert H. Ott ist Feuer und Flamme für Arnold Eschs alltagshistorische "Annäherungen" an die Erfahrungen von Romreisen: Er "nimmt uns bei der Hand ... und lehrt uns die rechten Blicke". Und zeigt, dass die Romfahrer immer mit einem fertigen Bild der Ewigen Stadt aufbrachen. Esch ist ihnen gefolgt, und zwar nicht nur den Bildungsbürgern und Dichtern, nicht nur den Eroberern und Künstlern, sondern auch den unbekannten Gestrandeten, denen das Geld für die Heimreise nicht reichte und deren Spuren sich in den Aufzeichnungen wohltätiger Organisationen finden. Überhaupt hat Esch nicht auf gewohntes, berichtendes Material zurückgegriffen, sondern auf "Steuerlisten, Volkszählungsprotokolle, Zollregister, schlichte und stumpfe Quellen allesamt", die erst der "kritische und zugleich phantasiebegabte Blick des Historikers" und "ein glänzender Stilist" zu einem wahrhaftigen Bild formen konnte, so der begeisterte Ott.
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