Florian Werner

Die Kuh

Leben, Werk und Wirkung
Cover: Die Kuh
Nagel und Kimche Verlag, Zürich 2009
ISBN 9783312004324
Gebunden, 233 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

In unserem Leben ist sie allgegenwärtig - als Werbeträgerin, als Gegenstand der Forschung und der Dichtung, als Brotbelag, als Glücksbringer und Spielzeug. Sie wird als heilig verehrt oder für blöd befunden, nur gleichgültig ist sie uns nie: Nach bald 10.000 Jahren Zusammenleben ist uns das geheimnisvolle Rindviech noch immer ein Rätsel. Anhand von Anekdoten, Kuriositäten und überraschenden Funden präsentiert Florian Werner, Autor und Musiker aus Berlin, die Kulturgeschichte der Kuh, mit Bildern und vielen Literaturhinweisen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 23.07.2009

Mit Interesse und großem Vergnügen hat Rezensent Urs Willmann diese "Kultur- und Kuriositätengeschichte" rund um die Kuh gelesen, die sich mit zehntausend Jahren Partnerschaft von Mensch und Rind befasst, und zwar aus sämtlichen erdenklichen Aspekten. Angefangen vom Einfluss der Kuh auf die unterschiedlichen Vorstellungen von der Schöpfungsgeschichte, über ihren Nutzwert, ihre Eigenschaften und ihren Niederschlag in der menschlichen Terminologie - in seiner Phänomenologie lasse Autor Florian Werner keine Facette aus und erzähle in "gepflegter Sprache" dadurch letztlich viel mehr über das "krude Wesen Mensch" als seine "ewige Begleiterin", der nach Ansicht des Rezensenten hier auch eine "Ehrenrettung" zuteil wird. Denn im Gegensatz zum Kuhklischee sei sie ein hochintelligentes und differenziertes Lebewesen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 17.04.2009

Rezensentin Sylvia Staude zeigt sich beeindruckt von Florian Werners "kluger, knapper Kulturgeschichte" der Kuh, und stellt fest, dass ein solches Buch schon lange überfällig war. Schließlich nimmt kein Nutztier so viel Platz auf der Welt ein. Werner zitiert zum Beleg dafür die beeindruckende Zahl, dass "ein Viertel der gesamten Festlandsmasse ihrer Versorgung mit Gras und Futtergetreide dient". Und auch in der Imagination des Menschen nimmt die Kuh einen sehr großen Raum ein und ist schon lange Projektionsfläche für positive wie negative Zuschreibungen. "Kuhäugig" beispielsweise galt einst als Kompliment. All diese Nuancen und Bedeutungswandlungen werden vom Autor nach Staudes Meinung gut und vielschichtig dokumentiert, anhand von "Gedichten, Filmen, Gemälden, Werbeplakaten, Karikaturen".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.04.2009

Recht nüchtern beurteilt Marcus Jauer diese Kulturgeschichte der Kuh, die Florian Werner vorgelegt hat. Er bescheinigt dem Autor, sich eingehend mit der Kuh befasst zu haben, mit der Kuh wie sie dem Menschen erscheint und ihrer Rolle in der Kulturgeschichte. Dazu werte der Autor eine Fülle von Material aus Religion und Geschichte, Film und Literatur, Sagen und Märchen, Gebräuchen und Redensarten usw. aus. Gleichwohl kommt Jauer nicht umhin, eine "Leerstelle" in dem Buch zu konstatieren. Was er vermisst, ist die "Idee für die Kuh in künftiger Zeit", ein "neues Bild der Kuh" oder wenigstens ein "eigenes" Bild der Kuh. Hier hätte er sich vom Autor mehr Mut gewünscht.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2009

Hingerissen zeigt sich Rezensent Manfred Koch von Florian Werners kleiner Kulturgeschichte der Kuh. Er würdigt das Werk als "Denkmal" für ein wunderbares Tier, das für das Überleben der Menschen eine bedeutende Rolle spielte. Neben der Schilderung des Nutzwerts dieses sanften Tiers, das den Menschen mit Milch und Fleisch, mit Kuhhäuten für Lederwaren und Talg für Seife versorgt, hebt Koch die nicht-materielle Bedeutung der Kuh für den Menschen hervor. Besonders gefallen hat ihm in diesem Zusammenhang das Kapitel über die menschlichen Interpretationen des Muhens als dem "Inbegriff des stummen Leidens", die der Autor durch die Kulturgeschichte verfolgt. Zudem kläre Werner eine Fülle von Fragen, zum Beispiel welche sexuellen Phantasien verbanden die Menschen mit Kuheuter und -vulva? Wie wandelte sich die Symbolik der Milch? Worin liegt "das Geheimnis des Kuhblicks"? Kochs Fazit: eine "wunderbar vielgestaltige Phänomenologie" der Kuh.
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