Florian Klenk spricht mit dem Gerichtsmediziner Christian Reiter über Leben und Tod. Ist der Totenschädel Beethovens tatsächlich der seine? Wie identifiziert man die Toten des Lauda-Air-Absturzes in Thailand? Wie hat die "Schwarze Witwe" Elfriede Blauensteiner ihre Männer ins Jenseits befördert? Und was genau hat es mit den K.-o.-Tropfen auf sich? Der Gerichtsmediziner Christian Reiter kennt die Geheimnisse des Todes. In seinem Studierzimmer sammelt er Schädel, Haare, Larven, Mumien und Totenmasken. Als Falter-Chefredakteur Florian Klenk diese Schätze sieht, entdeckt er die Abgründe des Menschen und die Überzeugungskraft der Wissenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2024
Amüsantes und Lehrreiches findet Rezensentin Cathrin Kahlweit in diesem Buch von Florian Klenk. Der Journalist widmet sich darin dem Schaffen des Pathologen Christian Reiter. Geschrieben ist das Buch laut Kahlweit in der ersten Person, aber im Zentrum stehen doch die diversen Fälle, mit denen Reiter zu tun hatte, gelegentlich werde auch Kritik am medizinischen Ausbildungssystem laut. Insgesamt geht es darum, den Tod zu enttabuisieren und ihn als einen Teil des Lebens darzustellen, resümiert Kahlweit. Sie beschreibt Kahlweit einige der behandelten, teilweise politisch brisanten Fälle, unter anderem taucht Mmadi make auf, ein afrikanischer Fürstensohn, der in Österreich Karriere machte, dessen Leiche nach seinem Tod jedoch in demütigender Manier ausgestellt wurde, aber auch Ludwig van Beethoven, dem Reiter möglicherweise einmal eine Haarlocke zu Unrecht zugerechnet hat. Insgesamt scheint die Lektüre der Rezensentin ziemlich gut gefallen zu haben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2024
Rezensent Kai Spanke lässt sich gern von Florian Klenk die Geschichte der Rechtsmedizin nahebringen. Vermittelt wird sie in diesem Buch durch den Gerichtsmediziner Christian Reiter, den Klenk hier porträtiert, weshalb die behandelten Fälle, True-Crime-mäßig, mit Reiters Lebensgeschichte verbandelt werden. Das Buch ist im reportagemäßigen Tonfall verfasst, lobt der Rezensent, und besticht unter anderem durch die Verknüpfung diverser wissenschaftlicher Disziplinen wie Medizin, Kulinarik und Geschichte. Spanke fasst einige besonders spektakuläre Erkenntnisse zum Beispiel hinsichtlich historischer Angst vor Vampiren, zusammen, kritisch merkt er an, dass Klenk gelegentlich etwas arg ins Lobhudeln über Reiter gerät und dass ihm hier und da Ungenauigkeiten unterlaufen. Insgesamt jedoch eine schöne Veröffentlichung zum Thema Rechtsmedizin, findet der Rezensent, insbesondere weil Spanke mehr leistet als nur eine Montage gruseliger Attraktionen.
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