Herausgegeben und aus dem Russischen übertragen von Ludolf Müller. Fedor Ivanovic Tjutcev (auch Fjodor Iwanowitsch Tjutschew oder Tjuttschew) gilt als einer der größten Lyriker der russischen Literatur. Nichtsdestotrotz ist hierzulande von ihm nicht viel mehr als das - durchaus auch seine Poesie charakterisierende - Bonmot bekannt, Russland könne man nicht begreifen, an Russland könne man nur glauben. Ein Grund für die relative Unbekanntheit Tjutcevs ist das Fehlen einer handlichen Ausgabe seiner lyrischen Texte - eine Lücke, die hiermit geschlossen wird.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.07.2004
So ganz einsehen kann Felix Philipp Ingold nicht, warum eine weitere Gedichtedition mit Gedichten von Fjodor Tjutschew auf den Markt kommen musste, wo er doch zu den besteingeführten russischen Lyrikern des 19. Jahrhunderts zählt und mit einer zweisprachigen Werkauswahl auch hinreichend übersetzt ist. Nun gut, der Herausgeber der vorliegenden, ebenfalls zweisprachigen Ausgabe, die rund 150 Gedichte Tjutschews enthält, hat sich gleichfalls an eine Neuübersetzung gewagt. Sie missfällt dem Rezensenten, weil sie die "zwischen biblischer Schlichtheit und romantischem Überschwang changierende Dichtersprache" Tjutschews eher behäbig und kaum adäquat übersetze. Außerdem nehme sich der Übersetzer teilweise Freiheiten heraus, moniert Ingold, die nicht gerechtfertigt seien, weil sie seinen Nachdichtungen keinerlei "poetischen Mehrwert" angedeihen lassen. Einzig der umfängliche Anmerkungsapparat, der mit interessanten Details zu Tjutschews Leben aufwartet, findet Ingolds Zustimmung.
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