Benedikt Livsic (1887-1938) ist einer der russischen Dichter, die zu Opfern des Stalinschen Terrors wurden und denen bis Ende der 1980er Jahren eine angemessene wissenschaftliche Rezeption verwehrt blieb. In der hier vorliegenden Monografie wird eine umfassende Sinn-Rekonstruktion eines wesentlichen Teils seines oftmals willentlich dekontextualisierten und aus der Geschichte der russischen Literatur ausgeblendeten Schaffens unternommen. Sie stellt eine Auseinandersetzung mit den drei bedeutenden Schaffensphasen dar, für die die intertextuellen Bezüge zur französischen Dichtung, zum russischen Futurismus und zum so genannten Petersburger Text der russischen Literatur als zentral angesetzt werden. Die mit einer umfangreichen Bibliografie und zwei Registern versehene Analyse bettet das Werk von Benedikt Livsic in einen breiten literarischen Kontext ein und gibt zusätzliche Aufschlüsse über die dominanten Strömungen der Moderne.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 20.12.2003
Gründlich vergessen ist er heute, der einst sehr umtriebige russische Lyriker Benedikt Liwschitz. Ida Junker hat ihn in ihrer Dissertation ausgegraben - und leider auch gleich wieder eingebuddelt, wenn man dem Rezensenten mit dem Kürzel "Id." glauben darf, und zwar in jeder Menge teils nicht sehr aufschlussreichen Fakten und Auseinandersetzungen mit der Sekundärliteratur, hinter denen die Beschäftigung mit dem Werk selbst zu verschwinden droht. Das sei zwar, ohne Frage, eine "nützliche Fleißarbeit", jedoch fehle es ihr an Eigenständigkeit der Interpretation, am Mut zu "Akzentsetzungen" und eigentlich auch an einem klärenden Wort dazu, was nun das Besondere dieses mit vielen Wassern gewaschenen Dichters gewesen sei.
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