Filip Florian

Alle Eulen

Roman
Cover: Alle Eulen
Matthes und Seitz, Berlin 2016
ISBN 9783957572219
Gebunden, 213 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Rumänischen von Georg Aescht. Ungleiche Freunde sind Luca, der Junge aus der Kleinstadt, und Emil, der nach einem bewegten Leben in der großen Stadt Bukarest unverhofft in der Provinz landet. Emil öffnet Lucas Blick und Geist für Literatur und Musik, Luca schenkt ihm seine Neugierde und liefert den letzten Dorfklatsch. In den Nächten des Karpatensommers streifen die beiden durch die Wälder, durchdringen die wilde, mythenreiche Berglandschaft und lernen die Sprache der Eulen. Filip Florian gelingt mit diesem Buch ein leidenschaftliches Lob der Freundschaft und zeigt, dass es bisweilen reicht, seinen Blickwinkel leicht zu ändern, um glücklich zu sein und die Fülle des Lebens zu sehen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.05.2016

Ein zauberhaft melancholisches Buch über die Erinnerung, sinnlich ins Deutsche übertragen von Georg Aescht, liest der hier rezensierende Schriftsteller Jan Koneffke mit Filip Florians Roman. Die poetische Freundschaft zwischen einem Kind und einem Erwachsenen erkundet der rumänische Autor laut Koneffke mit eleganten, "ausschweifenden" Sätzen, Metaphern und Bildern detailreich und unaufdringlich sinnlich. Dass die beiden Protagonisten, die im Text tragische und traurige Erlebnisse ihres Lebens memorieren, als Vor- und Nachgänger des Autors figurieren, erkennt Koneffke. Die Weisheit des Kindes und die Kindlichkeit des Alten lassen die Beziehung der beiden für den Rezensenten zwanglos erscheinen.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 09.04.2016

Der Autor Florian Filip lädt seinen Roman über die frühen Achtzigerjahre in einer rumänischen Kleinstadt mit einer "literarischen Sinnlichkeit" auf, schreibt Paul Jandl. Filips Prosa strotzt nur so vor detailverliebten Beobachtungen, schwärmt der Kritiker. Die Natur bekomme symbolhafte Bedeutung, die Tierwelt gewinne mitunter fast menschliche Züge. Die Unschuld der Kindheit finde im Roman genauso ihren Platz wie der repressive Alltag im kommunistischen Totalitarismus. So sei das Buch mit seinen 214 Seiten nicht dick, doch dafür gewaltig, so der Kritiker, "ein böses Märchen mit nicht ganz so bösem Ausgang". Zwar seien die Bücher von Florian Filip einerseits untröstlich, findet Jandl, letztlich liege in ihnen aber doch Trost: in der Idee einer besseren Welt.

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