Fergus Fleming

Barrow's Boys

Eine unglaubliche Geschichte von wahrem Heldenmut und bravourösem Scheitern
Cover: Barrow's Boys
Marebuchverlag, Hamburg 2002
ISBN 9783936384703
Gebunden, 600 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Henning Ahrens. Nach dem Triumph bei Trafalgar hat sich in der englischen Flotte Langeweile breitgemacht.Die Offiziere warten ungeduldig auf eine Chance zu neuen Heldentaten. John Barrow, Zweiter Sekretär der Englischen Admiralität, gibt sie ihnen. 1816, in der Morgendämmerung der Industrialisierung lässt er Heizrohre in seinen Schiffen installieren und schickt sie ins ewige Eis. Eine Expedition nach der anderen endet im Desaster: Barrows Boys erfrieren, ertrinken, sterben an Skorbut, Schwarz- oder Gelbfieber, werden von Eingeborenen ermordet oder essen sich vor Hunger gegenseitig auf. Am Ende sind es nicht mehr neue Kontinente, sondern die verschollenen Männer aus vorangegangenen Expeditionen, die zu finden Barrows Leute sich aufmachen. Noch nie hat ein einzelner Beamter so viel Energie und Geld investiert - und absolut nichts erreicht...

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2003

Georg Sütterlin hat sich mit Vergnügen durch ein Buch geschmökert, das sowohl seine Abenteuer(lese)lust als auch seine historische Wissbegierde aufs Trefflichste befriedigt hat. Es handelt von einem einem ntriganten, ehrgeizigen Bürohengst, der zugleich die Triebkraft der abenteuerlichsten - und nutzlosesten - Entdeckungsfahrten des 19. Jahrhunderts war: John Barrow, Sekretär der britischen Admiralität, besessen vom Ausfüllen weißer Flecken und insbesonders von der mythischen Nordwestpassage, die er von immer neuen Expeditionen suchen ließ. Es handelt aber vor allem von den Fahrten selbst und den Offizieren, die sich in Eis und Wüste schicken ließen, um entweder qualvoll zu sterben oder als Helden zurückzukehren. Fergus Fleming aber, lobt Sütterin, habe keineswegs herkömmliche Heldengeschichten aufgeschrieben; vielmehr zeichne er "scharfe Porträts jener Forscher im Staatsdienst, die fast immer tapfer und zäh, oft tyrannisch und egomanisch und in einzelnen Fällen schlicht verrückt waren" und verbinde "die pointierte Schilderung mit dem politischen Kontext, (...) die wissenschaftliche Erläuterung mit dem ironischen Kommentar." Ergo: ein brillantes Buch.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.10.2002

In diesem Buch über die im 19. Jahrhundert von John Barrow für England organisierten Expeditionen erkennt Karl-Markus Gauß einen "ganz neuen Typus von Sachbuch". Denn der britische Autor Fergus Fleming hat nicht nur Spannendes zu erzählen, er "verfügt auch über die gestalterischen Mittel", so der Rezensent begeistert. Und so wird Fleming in England zu Recht als literarisches Talent gefeiert, wie Gauß findet. Er attestiert dem Autor, dass er souverän über den Materialreichtum seines Themas und über "Spezialkenntnisse" in der Schifffahrt und in der Kartografie verfügt. Auch dass er dennoch nie mit seinem Wissen auftrumpft, sondern es als "Fundament" seiner Geschichten benutzt, trägt ihm Lob seitens des Rezensenten ein. Die "Erzählungen" über die vielen gescheiterten Expeditionen und ihre "Helden" haben Gauß sichtlich fasziniert. Ein kleines bisschen getrübt wurde sein Lesevergnügen, als er feststellt musste, dass auch wirklich jede einzelne Unternehmung, die der Autor schildert, schief ging. Aber immerhin, so der Rezensent angetan, wird das alles mit "schwarzem Humor" dargeboten und ist somit nicht trübe zu lesen.
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