Ein Läufer am Strand, das Meer, die Wellen, der stetige Lauf der Gezeiten: Ferdinand Schmatz reflektiert eine Umgebung in Bewegung. Das Untersuchen des eigenen Standpunktes und die eingefangenen Eindrücke und Empfindungen spiegeln sich im Ringen, Umgreifen und neuerlichem Loslassen seiner Worte wider. Abstieg, Anstieg, Regelmäßigkeit und Bruch markieren den sich unausweichlich wiederholenden Kreislauf der Natur und bestimmen den Rhythmus der Verse, schreiben sich wie ein Echo in das eigene Ich ein. Und so wandeln wir mit dem Strandläufer im sich Körnchen für Körnchen aneinanderschmiegenden, mild erwärmten Sand und atmen sonnengetränkte Wolkenspiele, gleiten im weichen Wind und ertrinken in der wortgezeichneter Bildflut. Wortspiele, die Ungreifbares erfahrbar machen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 28.11.2022
Ein sinnliches Langgedicht am Strand hat Ferdinand Schmatz vorgelegt, meint Paul Jandl. Atmosphärisch dicht werde dieser Strandtag den Lesenden vermittelt, der Erzähler changiere zwischen seinen Identitäten; mal sei er er selbst, dann wieder eine kafkaeske Figur, oder ein Stück Holz im Flutsaum. Ganz plastisch werden diese synästhetischen Eindrücke durch die Zitate, die der Rezensent ausgewählt hat und präsentiert. Der laufende Flutcharakter von Schmatz' Dichtung bewegt Jandl zu einer Empfehlung.
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