Femi Kayode

Lightseekers

Thriller
Cover: Lightseekers
btb, München 2022
ISBN 9783442770113
Kartoniert, 464 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andreas Jäger. In der nigerianischen Universitätsstadt Port Harcourt werden drei junge Studenten von einem Mob verfolgt und brutal umgebracht - ein Video der grausamen Morde kursiert in den sozialen Medien, und den Tätern wird der Prozess gemacht. Zu Prozessbeginn wird der Psychologe Dr. Philip Taiwo vom Vater eines der Opfer damit beauftragt, Licht in das Dunkel der schrecklichen Ereignisse zu bringen, die zum Tod seines Sohnes geführt haben. Taiwo, Spezialist für Massenpsychologie und Gewalt, hat lange im Ausland gelebt. In der abgelegenen Provinzstadt angekommen, muss er feststellen, dass ihm vieles fremd geworden ist in seiner Heimat, noch dazu weit weg von der Hauptstadt Lagos. Die Bewohner begegnen ihm mit Misstrauen. Und schnell wird Taiwo klar: Er ist nicht willkommen - und jemand setzt alles daran zu verhindern, dass er die Wahrheit aufdeckt.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 19.07.2022

Rezensentin Sylvia Staude ist in Femi Kayodes Debütroman "Lightseekers" vor allem am Schauplatz des Geschehens interessiert. Der in Nigeria geborene Autor erzählt in diesem Krimi, wie der mit seiner Familie aus den rassistischen USA nach Lagos zurückgezogene Psychologe Dr. Philip Taiwo mit seinem Chauffeur Chika einem Fall auf die Spur geht, bei dem drei Studenten, vermeintlich Diebe und Erpresser, von einem Mob verfolgt, gequält und schließlich getötet wurden, erklärt uns Staude. Dass Kayode mal Creative Writing studiert hat, erkennt sie daran, dass er in dem Buch ihrer Meinung nach noch etwas schematisch vorgeht. Nichtsdestotrotz bekommt sie hier einen spannenden Einblick in die noch arg patriarchalische nigerianische Gesellschaft und die Manipulation von Menschen über Social Media, schließt sie.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.07.2022

Rezensentin Katrin Doerksen schreibt wohlwollend über diesen Roman des nigerianischen, in den USA lebenden Psychologen Femi Kayode, der darin den realen Fall eines Lynchmordes von 2012 in Port Harcourt aufarbeitet. Kayode lässt darin den investigativen Psychologen Philip Taiwo ermitteln, wobei ihn mehr als die Tat die Hintergünde interessieren: Korruption und Verwaltungsversagen in Nigeria, Drogenhandel und Bandengewalt, ethnische Konflikte und ritueller Glauben. Für einen Kriminalroman ist das alles zu viel und erzählerisch nicht sonderlich geschickt aufbereitet, gibt die Rezensentin zu, lässt sich aber trotzdem gern von Kayode Schreibfreude anstecken.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 01.07.2022

"Krimi erschließt die Welt", resümiert Rezensent Tobias Gohlis seine Lektüreerfahrung mit Femi Kayodes "Lightseekers". Der nigerianische Autor nutzt hier die Form des Kriminalromans, um eine schier unglaubliche Menge an Leid und Gewalt zu fassen und zu vermitteln - Krieg, Korruption und Kriminalität, Konflikte zwischen verschiedenen religiösen Gruppen, zwischen Tradition und Moderne, Arm und Reich, Stadt und Land - davon erzählt Kayode in seiner Geschichte über den brutalen Mord an drei nigerianischen Studenten - ein fiktionaler Mord an fiktionalen Personen, dem jedoch ein reales Ereignis zugrunde liegt. Dabei gelingt es dem Autor durchaus, Spannung zu erzeugen, so der Rezensent. Doch noch viel spannender als den Plot findet Gohlis diese fremde Welt, die Kayode seinen Leserinnen und Lesern hier eröffnet. Das, so der Rezensent, ist die große Leistung dieses Romans.
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