Uwem Akpan

Sag, dass du eine von ihnen bist

Cover: Sag, dass du eine von ihnen bist
Suhrkamp Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783518422861
Gebunden, 367 Seiten, 24,95 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. "Sei ein gutes Mädchen, geh aus dem Haus und komm nicht zurück." Shenge, neun Jahre alt, ist ein gutes Mädchen. Sie verläßt ihr zerstörtes Elternhaus, das nie wieder Zuflucht sein kann. Das Haus, in dem sie erfahren hat, was es heißt, in Geborgenheit und Liebe aufzuwachsen. Und in dem sie nun gelernt hat, was blanker Haß aus den Menschen gemacht hat, die sie liebt. Shenge ist eines der afrikanischen Kinder, denen Uwem Akpan in seinen Geschichten eine Stimme gibt. Sie erleben unvorstellbares Leid, grausame, erschütternde Szenen. Akpan erzählt vom Aufwachsen auf einem Kontinent, der an vielen Stellen vor Haß und Mord bebt, in dem die harte Realität alptraumhaftem Horror gleicht. Seine jungen Protagonisten müssen hilflos zusehen - doch ihre Widerstandskraft und ihr Überlebenswille lassen sie durchhalten in dieser Welt, in der die 'falsche' Hautfarbe oder der 'falsche' Glaube den Tod bedeuten.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.12.2012

Die Geschichten des nigerianischen Autors und Priesters Uwem Akpan in "Sag, dass du eine von ihnen bist" findet Tim Neshitov sehr lesenswert. Die Frage, die der Autor stellt, ist eigentlich alt, meint er: Warum lässt Gott es zu, dass so viel Schlimmes passiert? Dabei experimentiert der Autor für Neshitov ein wenig zu viel mit Erzähl-Perspektiven, und auch die zahlreichen verschiedenen Akzente, die Akpan imitiert, kommen dem Rezensenten überflüssig vor. Man muss sich auf ziemlich düstere Szenen einstellen: eine minderjährige Prostituierte, die sich "von einem Affen penetrieren" lässt, um ihren Bruder auf eine Schule schicken zu können; zwei Kinder, die von ihrem Onkel als Sklaven ins europäische Ausland verkauft werden sollen; sich gegenseitig tot prügelnde Christen und Muslime. Auf ein glückliches Ende wartet man in den Erzählungen umsonst, warnt der Rezensent. Wenn Uwem Akpan vorhatte, ein literarischer Chronist Afrikas zu werden, ist es ihm gelungen, meint Neshitov.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.07.2012

Sehr berührt liest Irene Binal diese Erzählungen des nigerianischen Jesuitenpaters Uwem Akpan, der von Kinderschicksalen aus verschiedenen afrikanischen Ländern erzählt: Von Monique, die in Ruanda zwischen die Fronten von Hutu und Tutsi gerät, von Jubril, der aus dem islamischen Norden Nigerias in den christlichen Süden flieht, oder von Kotchikpa, der in Gabun von seinem Onkel verkauft werden soll. Binal findet diese Geschichten um so eindringlicher, da Akpan "schlicht und geradlinig" erzähle, auf alle Kunstgriffe verzichte und einfache mit viel Einfühlungsvermögen den "Zwiespalt in einer Kinderseele" beschreibe.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.07.2012

Tobias Döring ist von Uwem Akpans Erzählband "Sag, dass du eine von ihnen bist" schaurig angetan, auch wenn er manche der fünf Erzählungen deutlich besser findet als andere. Der nigerianische Autor nehme in seinen Geschichten die Perspektive von Kindern ein, die von ihren eigenen, meist ziemlich schrecklichen Erfahrungen in ihrem jeweiligen afrikanischen Heimatland berichten. Besonders berührt hat Döring die Geschichte eines Jungen aus Benin, der gemeinsam mit seiner Schwester nach Gabun verkauft werden soll. Schon den ersten Satz findet Döring genial: "Das eigene Kind oder den eigenen Neffen zu verkaufen war meist schwieriger, als andere Kinder zu verkaufen." Der Junge könne vieles von dem, was mit ihm geschehe, kaum begreifen. Vieles bleibe ungesagt und sei trotzdem überdeutlich, lobt der Rezensent. In einigen Erzählungen schramme Akpan dann zwar etwas zu dicht am Betroffenheitskitsch vorbei, schreibt Döring, aber insgesamt sei das Experiment erschreckend gelungen, soziales Elend, politischen Irrsinn und individuelles Leiden durch Kinderaugen zu betrachten.
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