Federico Italiano (Hg.), Jan Wagner (Hg.)

Grand Tour

Reisen durch die junge Lyrik Europas.
Cover: Grand Tour
Carl Hanser Verlag, München 2019
ISBN 9783446261822
Gebunden, 584 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

Die Poesie lebt - doch die ungeheure Vielfalt der Dichter aller Sprachen, aller Länder von Albanien bis Zypern ist nahezu unbekannt. So ist es höchste Zeit für eine neue, aufregende Bestandaufnahme: Nach den legendären Vorgängern "Museum der modernen Poesie" von Hans Magnus Enzensberger (1960) und "Atlas der neuen Poesie" von Joachim Sartorius (1995) machen sich Jan Wagner und Federico Italiano auf eine faszinierende Reise. Die "Grand Tour" durch die junge Lyrik Europas gibt poetischen Proviant für Jahre: Unbekanntes, Überraschendes und Unerhörtes - in Original und Übersetzung. Eine Entdeckungsreise für wache Geister.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.06.2019

Rezensent Burkhard Müller hat einen Schatz mit dem von Federico Italiano und Jan Wagner herausgegebenen Band mit rund 1000 Gedichten aus 46 Sprachen, und einen Schatz kann man nicht rezensieren, meint er, nur seine Vielfalt feststellen, sein Glitzern und Schillern. Vor allem der nationalsprachliche Reichtum im Buch verzaubert den Rezensenten, er liest beziehungsweise schaut nicht nur gälische und isländische Lyrik, sondern auch Texte auf Albanisch und Georgisch, von Samen und Ladinern. Gut auch, dass die Herausgeber für erstklassige Übersetzungen gesorgt haben, meint Müller. So kann der Leser thematische, motivische und lautliche Ähnlichkeiten und Unterschiede feststellen, zwischen Original und deutscher Version hin- und herschweifen und sich dabei Zeit lassen, Grand Tour eben.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.03.2019

47 Sprachen sind in diesem Band vertreten, darunter "ein Ding namens Polyglott", ruft ein überwältigter Rezensent Paul Ingendaay, der diesen Band fast atemlos durchblättert. Nein, ein Kanon sei er nicht, eher doch wohl ein Stimmengewirr aus dem "struppigen, lärmigen, hinreißenden Europa". Dabei stellt Ingendaay mit Überraschung fest, dass sich Themen wiederholen, Pferde, Kräuter, Handschuhe figurieren bei ganz unterschiedlichen Dichtern. Bei manchen Dichtern und Dichterinnen lohnt es sich, sie zu googlen, rät Ingendaay. Hier und da hört man sie dann rezitieren, manchmal gar zu Musik. Ingendaay schließt auch eine Hommage an die Übersetzer ein, zuvörderst an Jan Wagner, der als Herausgeber keine Gedichte, aber wenigstens Übertragungen beisteuern konnte: Auch Lyrikübersetzer sind Lyriker, weiß Ingendaay, und ein Gedicht zu übersetzen, sei eine langwierige, zu wenig anerkannte Tätigkeit. Ingendaay wird diesen voluminösen und optimistischen Band, der stets auch die Originalgedichte präsentiert, so bald nicht aus der Hand legen.

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