Aus dem Chinesischen von Michael Kahn-Ackermann. Von der Autorin des Wuhan Diary: Ein Roman über die Unfreiheit von Frauen im modernen China. Nicht lang ist es her, da schien Yingzhi die Welt offen zu stehen: Aufgewachsen im ländlichen China hatte sie es geschafft, als Sängerin in einer kleinen Band bekannt zu werden. Ihr Traum von einem freien und selbstbestimmten Leben war zum Greifen nah, bis eine Affäre alles zum Einsturz bringt. Yingzhi wird schwanger und ist gezwungen, den Vater des Kindes zu heiraten und in sein Elternhaus einzuziehen - so will es die Tradition. Als die Schulden ihres spielsüchtigen Mannes zu hoch werden und Yingzhi Geld verdienen soll, öffnet sich ein kleines Fenster, das ihr einen kurzen Blick auf die Freiheit schenkt. Doch dann gerät ihr eine kleine Unbedachtheit zum Verhängnis und gipfelt in einer Katastrophe für sie und ihre ganze Familie.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 24.05.2022
Rezensentin Julia Schröder liest interessiert Fang Fangs Roman "Wütendes Feuer", der im chinesischen Original bereits 2002 erschienen ist und nun in deutscher Übersetzung vorliegt. Die Autorin erzählt darin von der jungen Yingzhi, die in den neunziger Jahren im provinziellen China lebt und deren erwünschtes freies Leben im selbstverdienten Wohlstand durch eine Schwangerschaft mit dem "trinkfreudigen Faulpelz" Guiqing und den damit einhergehenden traditionellen Erwartungen, außer Fugen gerät, aber auch durch die rücksichtslos materialistische Modernisierung des Landes, erklärt uns Schröder. Erzählt wird das alles perspektivisch und sprachlich nah an den Figuren, meint die Rezensentin, die bereits auf den ersten Seiten des Romans und dessen Rahmenhandlung die Eskalation am Ende erahnen kann. Das Nachwort des deutschen Übersetzers Michael Kahn-Ackermann erläutert der Rezensentin zufolge informativ die sozialen und politischen Hintergründe des Geschehens. Schröder empfindet das Buch jedenfalls als Augen öffnend, schließt sie.
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