Sie wollen auf Bäume klettern und Drachen steigen lassen, anderen Leute auf der Straße in die Augen gucken und laut lachen, sprechen ohne Angst zu haben und zur Schule gehen. Undenkbar für afghanische Mädchen. Um ihnen ein freieres Leben zu ermöglichen und das Ansehen der Familie zu steigern, verkleiden afghanische Familien ihre Töchter als Jungen. Jenny Nordberg traf Mütter, die in ihrer Kindheit einige Jahre als Junge gelebt haben und auch ihre Töchter als Söhne aufwachsen lassen. Sie sprach mit jungen Mädchen, die als Jungen aufgewachsen sind und vor der Pubertät "zurückverwandelt" und verheiratet werden sollen, und begegnete Frauen, die auch noch als Erwachsene als Mann leben.
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.03.2015
Susanne Mayer ist bewegt und beeindruckt von der buchlangen Reportage der schwedischen Journalistin Jenny Nordberg "Afghanistans verborgene Töchter". Dort erfährt die Rezensentin von den "bacha posh", den als Junge gekleideten Mädchen in Afghanistan, von denen es so viele gibt, dass es ein eigenes Wort für sie braucht - auch im Paschtu-Dialekt, wo sie "alakaana" heißen - und ein explizites Verbot Frauen das Tragen von Männerkleidung verbieten muss, berichtet Mayer. Die Familien verstoßen aus verschiedenen Gründen dagegen, lernt die Rezensentin: zum einen sei ein kleiner Junge einfach praktischer, könne Geld dazuverdienen, Besorgungen erledigen, alleine das Haus verlassen, alles Dinge, die Mädchen verboten sind, erklärt Mayer. Zum anderen ist männlicher Nachwuchs in Afghanistan eine Prestige-Angelegenheit und sein Ausbleiben eine Schande, die notfalls eben durch Verstellung vermieden wird, so die Rezensentin, die Nordberg für diesen Einblick in Geschlechtsperformative par excellence dankt.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren… Maxim Biller: Schwarze Samstage Eigentlich dachte Ari, der Ich-Erzähler von Maxim Billers neuem Roman, Ende der siebziger Jahre sei das Schlimmste vorbei gewesen: Nach ihrer Flucht aus der kommunistischen… Valeria Gordeev: Die Zikade entschlüpft ihrer goldglänzenden Hülle Konstantin und Lada haben den Kontakt verloren. Während Konstantin in einem unterirdischen Forschungslabor festsitzt, das Lenins Leichnam konserviert, kämpft seine Schwester…