Fabian Goldmann

Staatsräsonfunk

Deutsche Medien und der Genozid in Gaza
Cover: Staatsräsonfunk
Manifest Verlag, Berlin 2026
ISBN 9783961561452
Gebunden, 407 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Mit einem Geleitwort von Ilan Pappé. Israels Krieg im Nahen Osten gilt in vielerlei Hinsicht als der verheerendste des 21. Jahrhunderts: ermöglicht durch Bomben, Blockaden und eine beispiellose mediale Unterstützung. Wie in kaum einem anderen Land haben Medien in Deutschland nach dem 7. Oktober 2023 die tödliche Realität in der Region verharmlost, gerechtfertigt oder gleich ganz verschwiegen. Welche Methoden Tagesschau, BILD, Spiegel, taz und Co. dabei angewandt haben und wie aus gut ausgebildeten Journalisten Propagandisten eines Genozids werden konnten, zeigt diese Untersuchung. Anhand eigens erhobener Daten und sorgsamer Recherchen liefert das Buch die Anatomie eines Systemversagens irgendwo zwischen Stereotypen, Selbstzensur und Staatsräson.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 20.07.2026

Die Frage, wie deutsche Politiker und Medien das Thema Gaza behandeln, ist Thema zweier Bücher, die Historiker und Rezensent René Wildangel bespricht. Der Journalist Fabian Goldmann analysiert mehr als 11 000 Beiträge aus fünf deutschen Medien, um das "Versagen der betrachteten Medien" aufzuzeigen, differenziert über die Situation seit dem 07. Oktober 2023 zu berichten, so Wildangel. Goldmann stelle zum Beispiel fest, dass der israelische Botschafter Ron Prosor innerhalb von 15 Monaten mehr als 3000-mal zitiert werde, während sein palästinensischer Kollege Laith Arafeh es nur auf 171 Erwähnung schaffe. Wildangel lobt den sachlichen, ausgewogenen Ton Goldmanns, der sich stets auf konkrete Beispiele beziehe und Pauschalisierungen aus dem Weg zu gehen wisse. Für den Kritiker ist bloß schade, dass der Autor auf seine Selbsteinordnung als Marxist besteht und auch die Verwendung des Genozid-Begriffs im Untertitel kann er nicht uneingeschränkt gutheißen. Dennoch ein aufschlussreiches Buch, findet er.