Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.06.2002
Es schnurrt der Rezensent Martin Z. Schröder. Diese Stimme hat ihn betört. Sky Du Mont liest Scott Fitzgeralds "Großen Gatsby" und vermag, so Schröder, die ganze Aufmerksamkeit des Zuhörers zu bannen - und das über fünf Stunden lang! Der Rezensent erzählt, wie sehr der "fast kalte" Vorleseton ihn zunächst verwundert hat, und wie er dann jedoch erkannt hat, dass die dadurch entstehende Distanz "die Zurückhaltung des Respekts vor dem Werk" zeige, dem es zu dienen gilt. Dass Sky du Mont in diesem Dienen eine ehrenvolle Aufgabe sieht und sich keinerlei selbstinszenierender Schnörkel bedient, rechnet ihm Schröder hoch an. Doch diese Distanz ist auch ganz praktischer Natur: sie erlaubt, dass sich die Personenrede deutlich vom Erzählfluss abhebt. Als Gatsby, als Daisy, als betrunkene Dame oder als strenger Polizist durchläuft du Monts Stimme alle nur erdenklichen Tonalitäten. Und siehe da, der Rezensent schnurrt schon wieder.
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