Evelyn McDonnell

Joan Didion und wie sie die Welt sah

Über Leben und Werk von Joan Didion
Cover: Joan Didion und wie sie die Welt sah
Harper Collins, Hamburg 2024
ISBN 9783365006207
Gebunden, 288 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Andrea Schmittmann. Stell dir vor, du betrittst die Welt von Joan Didion und plötzlich wird alles ein bisschen cooler, witziger und nachdenklicher. Genau das passiert, wenn wir das Buch von Evelyn McDonnell aufschlagen. Die amerikanische Journalistin hat sich an die Fersen ihres Vorbilds geheftet: Joan Didion, Meisterin der scharfen Beobachtungen, Essayistin, Stilikone und wichtigste Chronistin ihrer Zeit. So wie Didion 1975 Absolventen einer kalifornischen Hochschule riet: "Stürzt euch hinein in den Aufruhr der Welt", stürzt McDonnell sich in Didions Welt und nimmt uns mit auf einen faszinieren Roadtrip, der in Didions Heimat Sacramento beginnt und uns über Los Angeles, Malibu, Manhattan, Miami und Hawaii zu ihren literarischen Topoi, stilistischen Sternstunden und persönlichen Schlüsselmomenten führt. Schreiben war für Joan Didion mehr als nur eine Berufswahl, es war eine Mission - wer sie war, warum sie war, wie sie war.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 29.06.2024

Rezensentin Carolina Schwarz hält Evelyn McDonnells Biografie über Joan Didion nicht für gelungen. Denn die Mischung aus verzweifelter, aber unergiebiger Suche nach persönlichen Gemeinsamkeiten ("Wir liebten beide das Meer"), politischer Distanzierung von Didions vermeintlich unfeministischer Haltung zur Frauenbewegung und einem merkwürdigen Beharren auf Didions schlanker Figur und ihrem Gewicht, das sich für Schwarz nicht mehr mit der Rezeption als "Stilikone" rechtfertigen lässt, weckt bei der Kritikerin Irritation. So bleibt der Text hinter der Vielschichtigkeit von Didions künstlerischem und politischem Leben, über das diese ja selbst schon in zahlreichen Reportagen, Interviews und Texten aufschlussreich Zeugnis abgelegt hätte, zurück. Vollends daneben findet Schwarz schließlich, wenn die US-Journalistin etwa über die Gründe ausbleibender Schwangerschaft und das Verhältnis zur Adoptivtochter zu "spekulieren" beginnt. Für die Kritikerin eine Enttäuschung.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 24.04.2024

Evelyn McDonnells Biografie der vor drei Jahren verstorbenen Joan Didion bietet eine anekdotenreiche Einführung in das Werk der ikonischen Essayistin und Romanautorin, findet Rezensent Ulrich Rüdenauer. "Joan Didion und wie sie die Welt sah" setzt mit einer Reflexion der Autorin auf ihr eigenes Verhältnis zu Didion und die Tendenz, sich mit ihr träumerisch zu identifizieren, ein und versucht dann, "einen Blick hinter den Hype zu werfen". Dazu teilt McDonnell das Werk Didions in drei Phasen ein: ihre Zeit bei der Vogue, wo sie mit tiefgründigen Analysen der amerikanischen Kultur Aufsehen erregt; das spätere Schreiben von Romanen, Drehbüchern und politischen Essays, das Didion und ihrem Mann John Gregory Dunne einen luxuriösen Lebensstil erlaubte; und schließlich die Phase der beiden persönlichen Memoirs, die Didion nach dem Tod ihres Mannes und ihrer adoptierten Tochter schrieb und die sie, so Rüdeneauer, auf eine neue Stufe des literarischen Ruhmes hoben. Laut dem Rezensenten werden Didions Arbeiten bei McDonnell selten richtig ausgeleuchtet; Oberfläche und Lebensstil kommen ihm im Verhältnis zum Werk der Autorin zu kurz. Diesem aber, urteilt Rüdenauer, könne man sich nach der Lektüre der Biographie umso neugieriger widmen.

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